Spatial Commerce ist ein innovativer Ansatz im E-Commerce, bei dem digitale und physische Welt miteinander verschmelzen. Durch den Einsatz von Technologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR) und 3D-Modellierung wird es Kunden und Kundinnen ermöglicht, Produkte in einem dreidimensionalen Raum zu erleben, bevor sie diese kaufen.
Stellen Sie sich vor, Sie möchten ein neues Sofa erstehen. Mithilfe von Spatial Commerce können Sie das Sofa in 3D in Ihrem Wohnzimmer platzieren und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, statt sich nur ein zweidimensionales Bild im Katalog anzusehen. Sie könnten sogar die Farbe und das Material verändern, um zu sehen, wie das Möbelstück in Ihrer Einrichtung wirkt.
Anwendungsbeispiele von Spatial Commerce:
Modebranche: Kleidung kann virtuell anprobiert werden.
Automobilindustrie: Autos können in 3D konfiguriert werden.
Möbel- und Einrichtungsbranche: Einrichtungsgegenstände können virtuell in den Räumen der Kundschaft platziert werden.
Vorteile von Spatial Commerce
Spatial Commerce verändert die Art und Weise, wie Verbraucher:innen im Onlineshop interagieren und Produkte erleben, und schafft damit ein neues Niveau des Einkaufens.
Verbessertes Einkaufserlebnis: Kunden können Produkte auf eine realistischere Weise erleben und sich so besser vorstellen, wie diese in ihrem Alltag und Leben aussehen und funktionieren.
Reduzierung von Retouren: Da Kund:innen das Produkt genauer kennen, senden sie es seltener zurück, weil es ihren Erwartungen entspricht.
Höhere Konversionsraten: Durch das immersive Einkaufserlebnis können Unternehmen ihre Konversionsraten steigern, da Kund:innen eher entschlossen sind, einen Kauf abzuschließen.
Differenzierung: Spatial Commerce hilft Unternehmen, sich von der Konkurrenz abzuheben und ein einzigartiges Einkaufserlebnis zu bieten.
Die Zukunft von Spatial Commerce
Spatial Commerce ist ein Trend mit enormem Potenzial: So integriert beispielsweise Shopware, eine der führenden Plattformen im E-Commerce-Bereich, Spatial Computing bereits in seine Produkte, was das Erstellen und Nutzen von 3D-Visualisierungen für Unternehmen mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen erheblich vereinfacht und effizienter gestaltet (https://www.shopware.com/de/produkte/spatial-commerce/).
Die weitere Entwicklung von AR- und VR-Technologien macht Spatial Commerce in den kommenden Jahren immer bedeutsamer. In unserem Whitepaper: „Die wichtigsten E-Commerce-Trends 2025“ haben wir neben Spatial Commerce weitere aktuelle E-Commerce-Trends zusammengefasst.
PIM-Systeme als Fundament für Spatial Commerce
Ein PIM-System (PIM steht für Product Information Management) ist ein zentraler Baustein, um die vielfältigen Anforderungen von Spatial Commerce zu erfüllen. Es schafft eine solide Grundlage, um Produktdaten so zu strukturieren und bereitzustellen, dass sie für immersive Einkaufserlebnisse optimal nutzbar sind.
So unterstützt ein PIM-System Spatial Commerce:
Zentrale Datenquelle
3D-Modelle: PIM-Systeme können 3D-Modelle von Produkten speichern und verwalten. Diese dienen als Basis für die Erstellung von interaktiven Produktvisualisierungen.
Metadaten: Neben den 3D-Modellen können auch alle relevanten Produktinformationen wie Maße, Materialien und Farben zentral hinterlegt werden. Diese Daten sind essenziell für die Konfiguration und Personalisierung von Produkten in einer virtuellen Umgebung.
Datenqualität und -konsistenz
Einheitliche Daten: Ein PIM-System sorgt dafür, dass alle Produktinformationen einheitlich und fehlerfrei sind. Dies ist besonders wichtig, wenn 3D-Modelle und Produktinformationen synchronisiert werden müssen.
Mehrsprachigkeit
Internationale Märkte: PIM-Systeme unterstützen die Verwaltung von Produktinformationen in verschiedenen Sprachen, was für Unternehmen mit internationaler Ausrichtung von großer Bedeutung ist.
Datenexport
Anbindung an verschiedene Systeme: Die in einem PIM-System gespeicherten Daten können in verschiedene Formate exportiert werden, um sie für AR- und VR-Anwendungen, E-Commerce-Plattformen und andere Systeme nutzbar zu machen.
Konkrete Anwendungsbeispiele:
Produktkonfiguratoren: Ein PIM-System liefert die notwendigen Produktinformationen, um individuelle Produktkonfigurationen in einer virtuellen Umgebung zu ermöglichen.
Augmented Reality: Durch die Integration von 3D-Modellen aus dem PIM-System können Produkte in der realen Umgebung des Kunden/der Kundin visualisiert werden.
Virtual Reality: Mithilfe der im PIM-System gespeicherten Daten können virtuelle Showrooms erstellt werden, in denen Produkte in einer interaktiven Umgebung erkundet werden können.
Daten für KI-basierte Anwendungen: PIM-Daten können als Grundlage für Machine-Learning-Modelle dienen, um beispielsweise personalisierte Produktempfehlungen zu generieren.
Vorteile der Verwendung eines PIM-Systems für Spatial Commerce:
Effizienz: Automatisierung von Prozessen und zentrale Verwaltung von Produktinformationen
Skalierbarkeit: Einfache Anpassung an wachsende Produktportfolios und neue Märkte
Flexibilität: Unterstützung verschiedener Datenformate und Integration in unterschiedliche Systeme
Verbesserte Kundenerfahrung: Besseres Verständnis der Produkte und Steigerung der Kundenzufriedenheit durch präzise und umfassende Produktinformationen
PIM-Software: Ein unverzichtbares Werkzeug
Ein PIM-System wie die ATAMYA Product Cloud ist ein unverzichtbares Werkzeug für Unternehmen, die Spatial Commerce einsetzen möchten. Es bietet eine zentrale Plattform, um Produktinformationen zu verwalten und bereitzustellen, die für immersive Einkaufserlebnisse erforderlich sind. Durch die Kombination von PIM-System und Spatial-Commerce-Anwendungen können Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern und neue Kundengruppen erschließen. Dazu verfügt das PIM von ATAMYA über einen Shopware Connector, um einen einfachen Datenaustausch gewährleisten zu können.
Autor: Sebastian Faber Senior Digital Performance & Marketing Operations Manager ATAMYA
In unserem Whitepaper über die wichtigsten E-Commerce-Trends steigen wir tiefer in diese Themen ein: Von KI und Personalisierung über Composable Commerce, Spatial Commerce und Social Commerce bis zum Thema Nachhaltigkeit.
Erfahren Sie, was notwendig ist, um für die neuen Trends gerüstet zu sein.
Cloud Native beschreibt eine Applikation, die ausschließlich für den Betrieb in einem Cloud-Rechenzentrum entwickelt wurde, wie es zum Beispiel Amazon Web Services (AWS) bereitstellt. Es beschreibt auch einen Software-Entwicklungsansatz, bei dem Applikationen bereits bei der Erstellung für den „ausschließlichen Einsatz“ in der Cloud konzipiert werden – wie es bei der ATAMYA Product Cloud der Fall ist. Das Ergebnis sind Native-Cloud-Applikationen (NCAs), die die Stärken der Cloud-Computing-Architektur vollständig zu nutzen wissen.
Welche Vorteile bieten Cloud-Native-Applikationen für Unternehmen?
Unternehmen, die Cloud-Native-Applikationen von Anbietern wie ATAMYA einsetzen, haben dadurch viele Vorteile. Dazu gehören vor allem die einfache Skalierbarkeit der Lösung, organisatorische Flexibilität, ortsunabhängiger Zugriff und natürlich die reduzierten Betriebs- und Hardwarekosten. Um als Unternehmen diese Vorteile vollständig nutzen zu können, müssen solche Applikationen eingesetzt werden, die speziell für eine Cloud-Umgebung konzipiert und entwickelt wurden und in dieser auch betrieben werden können. Und genau hier spielt Cloud Native eine entscheidende Rolle.
Cloud Native und Microservices – ein Zusammenspiel, das viele Vorteile bietet
Anbieter von Cloud-Nativ-Software haben viel Entwicklungsarbeit auf den Cloud-Native-Ansatz verwendet, der sich darauf konzentriert, Anwendungen in Form von einzelnen Microservices zu entwickeln, die nicht On-Premises (vor Ort), sondern auf containerbasierten, agilen Plattformen ausgeführt werden.
Die vier Säulen einer Cloud-Native-Applikation
Dabei stützt sich eine Cloud-Native-Applikation auf vier Säulen, die ineinandergreifen und voneinander abhängig sind. Dazu gehören Microservices und Container-Technologien, die speziell für die Cloud-Umgebung entwickelt wurden und grundlegende Elemente in der Cloud-Native-Entwicklung sind, sowie Continuous Delivery und standartisierte APIs (Schnittstellen).
(1) Ein Microservice erfüllt genau eine Funktion und ist mit allen für die Ausführung nötigen Funktionen in einem Container zusammengefasst.
(2) Container wiederum sind portabel und bieten Entwicklerteams ein hohes Maß an Flexibilität beim Testen und Roll-out von neuen Services.
(3) Continuous Delivery ist hierbei eine weitere Säule, die eine Cloud-Native-Applikation auszeichnet. Cloud-Native-Applikationen sind in enger Zusammenarbeit der Entwicklungsteams mit den Operation-Teams, den sogenannten DevOps, entstanden. Diese Zusammenarbeit erlaubt es, neue Produkt-Features zu einem Microservice hinzuzufügen, ohne den Betrieb der Applikation zu unterbrechen. Durch Continuous-Delivery-Prozesse werden neue Produkt-Features automatisch ausgeliefert.
Cloud-Native-Anwendungen sind aus mehreren einzelnen Microservices aufgebaut. Für die Kopplung dieser erfolgt durch eine Kommunikation mittels (4) standardisierter APIs. Endnutzer haben so das Gefühl, mit nur einer einzigen Applikation zu interagieren.
Hohe Skalierbarkeit des Cloud-Service
Cloud-Native-Software wie die ATAMYA Product Cloud zeichnen sich insbesondere durch ihr vorhersehbares Verhalten und die hohe Automatisierung aus. Eine Steigerung der Performance bedeutet nicht automatisch eine höhere Skalierung der Anwendung, sondern einzelne Microservices können unabhängig voneinander skaliert werden und ermöglichen somit eine hohe Gesamtperformance der Applikation.
On-Premises-Software verursacht beim Ausrollen von Updates oft eine Downtime des jeweiligen Dienstes. Cloud-Native-Anwendungen ermöglichen dem Entwicklerteam, Veränderungen wie neue Produkt-Features in Echtzeit ohne Unterbrechung des Service auszurollen. Somit gibt es beim Anwenden keine merkbaren Einschränkungen beim Update oder Upgrade des Service.
Vorteile von Cloud-Native-Applikationen
Was sind zusammengefasst die wichtigsten Vorteile, um Cloud-Native-Applikationen zu nutzen?
Der wichtigste Grund liegt in der Flexibilität. Ein Unternehmen kann flexibel auf seine Bedürfnisse reagieren und die Anwendung skalieren. Bei wachsenden Anforderungen benötigt man kein kostspieliges Hardware-Upgrade.
Durch den Einsatz einer multi-tenant-fähigen Applikation, teilen sich mehrere Unternehmen die Cloud-Infrastruktur, was zu enormen Kostenvorteilen führt. Eingebaute Sicherheitsmechanismen oder getrennte Datenhaltung für jeden einzelnen Kunden erfüllen dabei die Compliance-Anforderungen eines Unternehmens.
Unternehmen müssen IT-Fachpersonal nicht mehr für den Betrieb der Applikation vorhalten. Das übernimmt der Anbieter des Cloud-Service, was ebenfalls zu geringeren Kosten bei den Unternehmen führt.
Bei Cloud-Native-Applikationen stehen Updates und Veränderungen sofort zur Verfügung. Somit können Unternehmen, flexibel und schnellstmöglich auf Kundenanforderungen reagieren.
Der hohe Automatisierungsgrad minimiert außerdem menschliche Konfigurations- oder Bedienfehler.
Aus der schnellen Verfügbarkeit, einfachen Skalierbarkeit, der Kostenersparnis und einer relativ guten Ausfallsicherheit ergibt sich für Unternehmen ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.
Autor: Eric Dreyer Head of Product Management and Quality ATAMYA
Cloud-Native-Software für das Verwalten von Produktinformationen – die ATAMYA Product Cloud
Die ATAMYA Product Cloud ist eine Cloud-Native-Software von eggheads für den Bereich Product Information Management, kurz PIM. Damit lassen sich Produktdaten zentralisieren, medienneutral verwalten und anschließend in die verschiedensten Vertriebs- und Marketingkanäle ausleiten. Als für die Anwendung in der Cloud entwickelte Software verfügt sie über alle Vorteile einer Cloud-Native-Software.
Unternehmen im E-Commerce stehen unter zunehmendem Druck, nicht nur Schritt zu halten, sondern sich vom Wettbewerb abzuheben und schnell auf Marktveränderungen zu reagieren. Klassische Geschäftsmodelle stoßen oft an ihre Grenzen, wenn es darum geht, den dynamischen Anforderungen der Märkte gerecht zu werden und Kund:innen entlang der gesamten Customer Journey individuelle, personalisierte Einkaufserlebnisse zu bieten. Hier rückt das Konzept des Composable Commerce immer stärker in den Fokus, das als vielversprechende Lösung gilt.
Lars Bankert, Senior Manager und Head of Business Unit PIM & DAM bei Vanilla Reply, einem auf Web-Anwendungen und E-Commerce spezialisierten Unternehmen, sowie Gerd Laski, Director Partner & Alliances bei ATAMYA, geben in diesem Interview einen Einblick in das Konzept. Sie teilen wertvolle Tipps und zeigen, warum Composable Commerce für Unternehmen unverzichtbar ist.
Was ist Composable Commerce und warum ist es ein wichtiges Thema in der heutigen E-Commerce-Landschaft?
Lars Bankert: Composable Commerce ist ein Ansatz, bei dem Unternehmen ihre E-Commerce-Plattform aus verschiedenen, speziell dafür entwickelten Softwarekomponenten zusammenstellen können. Diese modularen Softwarekomponenten ermöglichen es Unternehmen, schnell auf Marktveränderungen zu reagieren und ihre Systeme flexibel anzupassen und zusammenzusetzen. In der heutigen digitalen Landschaft, wo sich die Anforderungen der Kund:innen ständig ändern, bietet Composable Commerce die notwendige Agilität und Anpassungsfähigkeit, um die Product Experience zu optimieren und wettbewerbsfähig zu bleiben.
Gerd Laski: Als Anbieter der PIM-Lösung ATAMYA Product Cloud, die auf dem MACH-Architekturansatz basiert, unterstützen wir den Composable-Commerce-Ansatz. Eine gängige E-Commerce-Infrastruktur umfasst neben dem PIM-System auch andere wichtige Softwarekomponenten wie Online-Shops, Zahlungsabwicklung oder Marktplätze. Unternehmen können Technologien auswählen und zusammenstellen, die am besten zu den Bedürfnissen passen, um ihre Ziele zu erreichen. Dieser sogenannte Best-of-Breed-Ansatz, oder auch als Freedom of Choice bekannt, ist entscheidend, um als E-Commerce-Unternehmen skalierbar, wartbar und ohne Betriebsunterbrechungen erfolgreich zu sein. Die zukünftigen Anforderungen an ein E-Commerce-Ökosystem sind oft noch nicht bekannt, da es sehr schnell neue Markttrends gibt, die dann unkompliziert eingebunden und unterstützt werden müssen.
Was ist der Unterschied zwischen Composable Commerce und Headless Commerce?
Gerd Laski: Mit Headless ist die Unabhängigkeit von Frontend und Backend gemeint. Das bedeutet dabei, dass das System ohne ein fest integriertes Frontend auskommt und die beiden Softwarekomponenten Frontend und Backend voneinander getrennt werden. Dies ermöglicht es, verschiedene Frontend-Technologien über APIs mit dem E-Commerce-System zu verbinden, ohne dass Änderungen im Frontend das Backend beeinflussen. Dieser Ansatz bietet Unternehmen maximale Flexibilität bei der Gestaltung ihrer E-Commerce-Plattform.
Composable Commerce baut auf dem Konzept des Headless Commerce auf, geht aber dank des Einsatzes von Microservices noch einen entscheidenden Schritt weiter. Microservices sind unabhängige, eigenständige Einheiten, die separat entwickelt und angepasst werden können. Dies ermöglicht eine umfassendere Modularität und Anpassungsfähigkeit im gesamten E-Commerce-Ökosystem, nicht nur im Frontend.
Welche Rolle haben APIs und Microservices im Composable Commerce?
Lars Bankert: APIs und Microservices sind zentrale Bausteine im Composable Commerce. APIs sorgen für die nahtlose Kommunikation zwischen den verschiedenen modularen Softwarekomponenten, während wie bereits oben erwähnt Microservices die Funktionalitäten in kleinere, unabhängig verwaltbare Einheiten aufteilen. Diese Struktur erleichtert die Integration neuer Technologien und Funktionen. Der API-first-Ansatz stellt sicher, dass jede Komponente leicht zugänglich ist und reibungslos mit den anderen Softwarekomponenten der Systemlandschaft kommunizieren kann. Erst durch den Einsatz dieser Technologien kann die flexible Komposition der Systemlandschaft eines Unternehmens tatsächlich realisiert werden.
Was sind die Vorteile von Composable Commerce für Unternehmen?
Lars Bankert: Composable Commerce bietet zahlreiche Vorteile, darunter hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit durch die Kombination von Best-of-Breed-Lösungen. Dank der modularen Struktur lassen sich neue Technologien und Funktionen schnell integrieren und bestehende Softwarekomponenten bei Bedarf austauschen. Dies verkürzt die Time-to-Market, verbessert die Customer Experience und steigert die Kundenzufriedenheit und -bindung.
Moderne Technologien wie APIs und Microservices sorgen für Zukunftssicherheit und erleichtern kontinuierliche Innovationen. Zudem verbessert Composable Commerce die operative Effizienz und ermöglicht eine schnellere Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen im schnelllebigen digitalen Umfeld.
Was sind die Herausforderungen bei der Umsetzung?
Lars Bankert: Eine der größten Herausforderungen ist die Integration der verschiedenen Softwarekomponenten, insbesondere wenn sie von unterschiedlichen Anbietern stammen. Dies erfordert ein fundiertes Verständnis der API- Ansätze und eine robuste Middleware als Integrationsschicht. Darüber hinaus müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Teams über die notwendigen Fähigkeiten und das Wissen verfügen, um diese komplexen Systeme zu verwalten und zu optimieren – oder Dienstleister mit der passenden Expertise in das Team zu integrieren. Im Rahmen einer verlässlichen Beratung werden genau diese Punkte adressiert und gemeinsam mit den Unternehmen Lösungsstrategien erarbeitet.
Was hat ein PIM mit Composable Commerce zu tun und wie lässt es sich in dieser Umgebung integrieren?
Gerd Laski: Ein PIM-System ist ein zentraler Baustein im Rückgrat einer „Composable E-Commerce“-Architektur. Es empfängt je nach Architekturansatz die Produktdaten aus dem ERP-System und fungiert als zentrale „Single Source of Truth“. Das bedeutet, dass alle Produktdaten hier zentral verwaltet und gepflegt werden.
Je nach Handelsstufe können Produktdaten wie Texte, Bilder, Videos und Zeichnungen vom Lieferanten in das PIM-System eingespielt und anschließend gemäß den Anforderungen ergänzt oder weiter angereichert werden. Moderne PIM-Systeme bieten darüber hinaus Funktionen wie die automatische Übersetzung in verschiedene Sprachen, die Erstellung zielgruppenspezifischer Produkttexte sowie die Kontextualisierung dieser Inhalte. Das PIM-System unterstützt auch die interne Verwaltung von Produktdaten, einschließlich der Bereitstellung von Informationen für den Helpdesk. Neue Anforderungen, wie das Lieferkettengesetz oder der digitale Produktpass, können ebenfalls im PIM-System verwaltet werden, um sicherzustellen, dass gesetzliche Vorgaben erfüllt werden.
Auch die Partner und Kunden des Unternehmens sind auf umfassende Produktinformationen angewiesen, um ihr Business effektiv zu unterstützen. Deshalb ist es entscheidend, dass diese Informationen für die verschiedenen Formate zur Verfügung stehen. Dazu gehören Druckerzeugnisse wie Datenblätter und Kataloge, elektronische Kataloge wie BMEcat und ETIM sowie die Verteilung der Daten über verschiedene Kanäle wie den eigenen Onlineshop oder Marktplätze. Diese Vielseitigkeit in der Bereitstellung ist unerlässlich, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die richtigen Daten sollten im passenden Format zur richtigen Zeit am richtigen Ort bereitgestellt werden – und das mit minimalem manuellem Aufwand und höchster Geschwindigkeit. Composable bedeutet in diesem Kontext: Egal was benötigt wird – das digitale Zielsystem erhält genau die Informationen, die das Business perfekt zu unterstützen. Gute PIM-Systeme können über APIs nahtlos in eine Composable-Commerce-Architektur integriert werden, was die Verwaltung und Verteilung von Produktinformationen vereinfacht.
Welche Tipps kannst du den Unternehmen zur Implementierung von Composable Commerce geben?
Lars Bankert: Bei der Implementierung von Composable Commerce sollten Unternehmen zunächst eine klare E-Commerce-Strategie entwickeln, die ihre Geschäftsziele und Anforderungen definiert. Es ist wichtig, mit kleinen modularen Schritten zu beginnen und nach und nach weitere Softwarekomponenten hinzuzufügen. Unternehmen sollten dabei auf Best-of-Breed-Ansätze setzen und sorgfältig die richtigen Partner und Technologien auswählen. Die Schulung der Mitarbeitenden und die Schaffung eines robusten API-Management-Frameworks sind ebenfalls entscheidend für den Erfolg. Ganz offensichtlich bietet dieses Vorgehen somit die Möglichkeit, in risikoarmen und beherrschbaren Schritten bereits kurzfristig Erfolge im Sinne der Unternehmensziele zu generieren.
Wie siehst du die Zukunft von Composable Commerce?
Lars Bankert: Die Zukunft von Composable Commerce ist vielversprechend. Mit der fortschreitenden digitalen Transformation und dem wachsenden Bedarf an Flexibilität und Agilität werden immer mehr Unternehmen diesen Ansatz übernehmen. Die Weiterentwicklung von Technologien wie APIs, Microservices und cloud-native Architekturen wird die Implementierung und Verwaltung von Composable Commerce weiter erleichtern. Langfristig werden Unternehmen in der Lage sein, ihre E-Commerce-Systeme noch stärker zu individualisieren und schneller auf Marktveränderungen zu reagieren. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass selbst bei einem hohen Grad an Individualisierung weiterhin auf Standardmodule wie E-Commerce, PIM oder Personalisierung für jede Phase der Customer Journey zurückgegriffen werden kann.
Gerd Laski: Composable Commerce ist bereits heute eine gängige Architektur im Onlinehandel. Die monolithischen Systeme werden nach und nach vom Markt verschwinden. Selbst die klassischen Suite-Hersteller entwickeln sich zu offenen Systemen. Ein klarer Trend zeigt, dass cloud-native Microservice-Produkte im Vergleich zu On-Premise-Lösungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Fazit
Das Interview mit Lars Bankert und Gerd Laski verdeutlicht, dass Composable Commerce die Zukunft des E-Commerce maßgeblich beeinflusst. Für Unternehmen bietet dieser Ansatz die Flexibilität, ihre E-Commerce-Plattformen schnell an sich verändernde Marktbedingungen anzupassen. Durch die Nutzung moderner Softwarearchitekturen wie APIs und Microservices schafft Composable Commerce eine reibungslose Kommunikation zwischen verschiedenen Systemen und eine einfache Integration neuer Technologien.
Die nahtlose Integration von MACH-PIM-Systemen im Composable Commerce ermöglicht es, Produktdaten flexibel und effizient über diverse Vertriebskanäle wie Online-Shops, Marktplätze und gedruckte Kataloge hinweg zu verbreiten. Dies verbessert die operative Effizienz, verkürzt die Time-to-Market und trägt zu einer herausragenden Customer Experience bei.
Die wichtigsten E-Commerce Trends 2025
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Experteninterview mit Markus Pichler und Achim Beckmann
Die Digitalisierung hat die Art und Weise verändert, wie Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten und verkaufen. Kunden erwarten heute personalisierte und schnelle Lösungen, die ihren Bedürfnissen und Präferenzen entsprechen. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, müssen Unternehmen ihre Vertriebsprozesse optimieren und ihre Produktinformationen effizient verwalten. Dabei spielen zwei Softwarelösungen eine wichtige Rolle: CPQ und PIM. CPQ steht für Configure Price Quote und ermöglicht es, variantenreiche und kundenindividuelle Angebote automatisiert zu erstellen. PIM bedeutet Product Information Management und bezeichnet das zentralisierte Management und die automatisierte Verteilung von Produktdaten und -Content für verschiedene Kanäle und Märkte.
In diesem Interview sprechen wir mit zwei Experten aus diesen Bereichen: Markus Pichler, Geschäftsführer von ATAMYA, und Achim Beckmann, Managing Director bei In Mind Cloud, einem renommierten Softwareanbieter für eine digitale Vertriebsplattform und CPQ, spezialisiert auf die komplexen Anforderungen im Vertrieb. Die beiden erzählen uns, welchen Herausforderungen Unternehmen im digitalen Vertrieb begegnen und wie die Kombination aus PIM und CPQ ihnen helfen kann, diese zu meistern.
Beginnen wir mit den Grundlagen: Was ist CPQ?
Achim Beckmann:
CPQ ist die Abkürzung für Configure, Price Quote. Das sind die drei Schritte, die ein Vertriebsmitarbeiter machen muss, um ein individuelles Produkt an einen Kunden zu verkaufen. Erst muss das Produkt konfiguriert, also an die Kundenwünsche angepasst werden. Dann muss der Preis berechnet werden, der von verschiedenen Faktoren abhängt. Und schließlich muss ein Angebot erstellt und freigegeben werden, das professionell und fehlerfrei ist. Mit CPQ lässt sich dieser Prozess automatisieren. CPQ ist also mehr als ein Produktkonfigurator. Es ist ein End-to-End-Prozess, der den Vertrieb effizienter und flexibler macht. Mit CPQ kann man kundenspezifische Produkte schneller und einfacher anbieten und fertigen.
Für welche Branchen ist CPQ besonders interessant?
Achim Beckmann:
Die In Mind Cloud fokussiert sich auf die Fertigungsindustrie, die individuelle Produkte mit hohem Standardisierungsgrad anbietet. Denn hier ist der Bedarf an individuellen Produkten am größten. Die Kunden benötigen meist eine maßgeschneiderte Maschinenkonfiguration – Losgröße 1. Die Hersteller müssen diese „Unikate“ aus Standardkomponenten zusammensetzen. CPQ unterstützt dabei zwei wichtige Prozesse in der Fertigungsindustrie:
CTO – Configure to Order: Hier geht es um vordefinierte Datenmodelle. Um dies zu veranschaulichen, denken wir an einen Pkw-Konfigurator. Obwohl Autos komplexe Produkte sind, kann sie heute jeder konfigurieren und bestellen, ohne vorher eine Probefahrt gemacht zu haben. Dabei werden Regeln definiert, zum Beispiel ein M-Paket, das keine Komfortsitze erlaubt, sondern nur Sportsitze. Und dann wird der Preis berechnet.
ETO – Engineer to Order: Hier geht es um individuelle Produktanfragen. Angenommen, ein Medizintechnikhersteller benötigt für sein Produkt ein Kunststoffgehäuse. Er fragt bei einem Kunststoffspritzer an. Dieser erhält eine CAD-Zeichnung und technische Details wie Material, Haltbarkeit etc. Daraufhin erstellt er eine Kostenkalkulation, meist auf Basis von Kostensätzen. Häufig wird hier ein Pricing auf Basis Cost+ verwendet.
Um trotz Standardisierung individuell bleiben zu können, müssen CTO und ETO kombiniert werden.
Wohin bewegt sich der Markt und welche Trends zeichnen sich ab?
Achim Beckmann:
Der Markt entwickelt sich in verschiedene Richtungen. Wir können jedoch vier Trends aus unserer Erfahrung benennen: Spezialisierung, Konsolidierung, Cloud und Integration von CPQ mit CRM, E-Commerce und ERP-Systemen.
Können Sie mehr zu den Trends am Markt erzählen?
Achim Beckmann:
Es gibt drei große Trends, die wir beobachten. Der erste ist die Spezialisierung. Einige CPQ-Anbieter fokussieren sich auf bestimmte Aspekte des CPQ-Prozesses, wie zum Beispiel den Product Life Cycle. Wir bei In Mind Cloud glauben jedoch, dass ein durchgängiger End-to-End-Prozess entscheidend ist, vor allem für die Fertigungsindustrie im Mittelstand.
Der zweite Trend ist die Konsolidierung. Wir sehen, dass bekannte CPQ-Anbieter von größeren Firmen übernommen werden. Das zeigt, dass die Nachfrage nach CPQ-Lösungen steigt und dass die Anbieter sich darauf einstellen müssen, mehr Prozesstiefe zu liefern.
Cloud ist der dritte Trend am Markt. Aus unseren Erfahrungen werden auch im CPQ Bereich zunehmend Cloudlösungen nachgefragt. Wir von In Mind Cloud sind vor mehr als 10 Jahren direkt in der Cloud gestartet und haben viel Erfahrung und Wissensvorsprung. In den letzten Monaten haben wir unsere Plattform auf eine Hyperscale-Architektur umgebaut, um unseren Kunden mehr Flexibilität und Performance bieten zu können. Zusätzlich haben wir unsere Plattform um ein CRM und viele Commerce Funktionen erweitert. Wir haben festgestellt, dass nicht nur die Vertriebsmitarbeiter unserer Kunden konfigurieren müssen, sondern dass auch hier im Kontext der Customer Experience möglichst viele Kanäle zum Endkunden aufgebaut werden müssen. Daher können wir nun mit unserem Standardprodukt einfache wie komplexe Konfigurationen, Anfragen konfigurierter Produkte für Interessenten, Kunden und Partner sowie Ersatzteilbestellungen zentral über unsere Plattform abwickeln.
Der vierte Trend ist die Integration von CPQ mit anderen Systemen wie CRM, E-Commerce und ERP. Wir haben unsere Plattform um CRM- und Commerce-Funktionen erweitert, die sich nahtlos in bestehende Systeme wie SAP, Salesforce und Microsoft integrieren. Wir nennen das Digital Sales Plattform: eine zentrale Plattform für E-Commerce, CPQ und CRM mit SAP- und ERP-Integration.
Welche Herausforderungen haben Unternehmen, die CPQ lösen kann?
Achim Beckmann:
In der Fertigungsindustrie sehen wir häufig folgende Herausforderungen: Erstens erfordert der Vertrieb komplexer Produkte tiefes Expertenwissen. Zweitens gestaltet sich der Angebotsprozess oft zeitaufwendig und teuer – vor allem Fehlerkosten sind dabei ein Thema. Drittens kann die Zusammenarbeit zwischen Interessenten, Vertrieb und Konstruktion holprig sein. Viertens spielt das Guided Selling eine große Rolle – die optimale Auswahl und Auslegung von Maschinen und Anlagen ist entscheidend. Fünftens ist die Erstellung konsistenter, hochwertiger Dokumente eine Herausforderung. Und schließlich, sechstens, auch im Aftersales-Bereich stoßen Unternehmen auf kostenintensive Prozesse, beispielsweise bei der Identifikation von Ersatzteile
Wie kann CPQ helfen, diese zu meistern?
Achim Beckmann:
In vielen Unternehmen wird heute noch Excel im Vertriebsprozess eingesetzt. Obwohl bereits CRM-Systeme eingeführt wurden, ist der Angebotsprozess für komplexe Maschinen wenig bis gar nicht digitalisiert. Hier sind Spezialisten mit tiefem Know-how gefragt. Diese müssen aber erst einmal gefunden werden. Mit einer CPQ-Lösung können auch weniger erfahrene Vertriebsmitarbeitende schnell korrekte und qualitativ hochwertige Angebote erstellen.
Zudem haben viele Fertigungsunternehmen hohe Fehlerkosten. Das heißt, es werden inkonsistente Konfigurationen angeboten, weil kein zentrales Beziehungswissen vorhanden ist. Mit einem CPQ kann nur angeboten werden, was dem Regelwerk entspricht und somit auch produziert werden kann. Und es kann kein Angebot an den Kunden gehen, das nicht vorher einen Approval-Workflow durchlaufen hat.
Nach unserer Erfahrung gibt es auch immer noch Schwierigkeiten bei dem „Go to Market“ von neuen Produkten. Diese sind im Vertrieb nicht bekannt und werden daher nur sehr zögerlich angeboten. Hier kann ein CPQ auch durch Guided Selling und auf Basis von Regelwerken unterstützen.
Was sind die Voraussetzungen, um CPQ effizient zu nutzen?
Achim Beckmann:
In unseren End-to-End-Prozessen stoßen wir an verschiedenen Punkten auf Produktdaten. Damit der Prozess reibungslos funktioniert, müssen auch die Produktdaten konsistent, fehlerfrei und top gepflegt sein. Lassen Sie mich das an zwei Beispielen erläutern:
Zum einen haben wir ein B2B-Self-Service-Portal mit Ersatzteilidentifikation. Hier können Maschinenbaukunden mithilfe von 2D- und 3D-Modellen Ersatzteile einfacher identifizieren. Diese Kundengruppe benötigt genaue Informationen, um Stillstände zu vermeiden. Hier greifen wir auf strukturierte Daten aus einem PIM-System zurück.
Mithilfe unseres Guided Selling Ansatzes führt unsere Lösung den Vertriebsmitarbeiter durch eine Vielzahl von Varianten, um ihn bei der Vorkonfiguration und Auswahl der optimalen Angebotskomponenten zu unterstützen. Hierbei kommen Texte, Bilder und andere Produktdaten aus dem PIM zum Einsatz.
Ein weiteres zentrales Element ist die Angebotsgenerierung. Unsere CPQ-Lösung erstellt Angebote, konfiguriert Produkte, kalkuliert Preise und generiert Angebotsdokumente. Diese Dokumente müssen informativ und ansprechend sein. Hier setzen wir neben Vertriebs- und Konfigurationsdaten auch auf Produktdaten wie Bilder und Marketingtexte, die im PIM-System gepflegt werden. PIM-Systeme eignen sich auch für Printexporte, und wir arbeiten daran, diese Funktion zu implementieren.
Markus Pichler, Sie sind Managing Director bei ATAMYA. Ihr Unternehmen verfügt bereits über viel Erfahrung im Bereich PIM in Verbindung mit Cloud-Lösungen. Sie können folgendes sicher am Besten erklären:
Warum ist es sinnvoll PIM und CPQ zu kombinieren?
Markus Pichler:
Die Kombination von PIM (Product Information Management) und CPQ ergibt für Unternehmen aus mehreren Gründen Sinn. Natürlich spielen die Produktdaten eine zentrale Rolle. Während eine CPQ-Software primär auf die Optimierung von Angeboten und die Angebotserstellung abzielt, konzentriert sich PIM auf die Konsolidierung und das Management von Produktdaten. Diese Kombination bietet Unternehmen immense Vorteile.
Erstens ermöglicht die Kombination von PIM und CPQ eine nahtlose Verbindung zwischen Produktinformationen und Konfigurationsmöglichkeiten. Das bedeutet, dass Vertriebsmitarbeitende bei der Angebotserstellung auf aktuelle und präzise Produktdaten zugreifen können. Zweitens führt die Kombination von PIM und CPQ zu einer konsistenten Darstellung der Produkte in Angeboten, was Professionalität und Vertrauen beim Kunden aufbaut. Drittens erleichtert diese Kombination die Verwaltung und Aktualisierung der Produktdaten, da Änderungen an einer Stelle wirksam werden und in alle relevanten Prozesse einfließen. Nicht zuletzt trägt sie dazu bei, Fehler und Zeitverluste zu reduzieren, weil der gesamte Prozess von der Konfiguration bis zur Angebotserstellung effizienter gestaltet wird. Insgesamt gibt die Kombination von PIM und CPQ Unternehmen die Möglichkeit, ihre Vertriebsprozesse zu optimieren und ihren Kunden ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten.
Wie arbeiten beide Systeme zusammen?
Markus Pichler:
CPQ und PIM funktionieren Hand in Hand, um den Vertriebsprozess zu optimieren. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Das PIM fungiert als zentrale Datenquelle für alle Produktinformationen wie technische Details, Bilder, Videos und vieles mehr. Wenn wir im CPQ-System eine Konfiguration vornehmen, greifen wir direkt auf diese Informationen im PIM zu. Das PIM stellt sicher, dass immer die aktuellsten und genauesten Daten verwendet werden.
Im nächsten Schritt geht es um den Preis. Das CPQ-System nutzt die Daten aus dem PIM insbesondere im B2C-Bereich, um automatisch Preise für die einzelnen Produkte zu berechnen. Dazu gehören beispielsweise Grundpreise, aber auch spezifische Konfigurationszuschläge oder Rabatte.
In der Angebotsphase erstellt das CPQ-System automatisch Angebotsdokumente mit allen Konfigurationen und Preisen. Und hier hilft das PIM, diese Dokumente mit weiteren Produktinformationen anzureichern – für klare und überzeugende Angebote. Das Schöne daran: Jede Aktualisierung der Produktinformationen im PIM landet automatisch im CPQ-System. So bleiben alle Angebote immer korrekt und aktuell.
Wie können PIM- und CPQ-Systeme nahtlos integriert werden, um den Gesamtwert für ein Unternehmen zu maximieren?
Markus Pichler:
Dies kann durch Schnittstellen erreicht werden, die es den Systemen ermöglichen, Informationen in Echtzeit auszutauschen. Oder man wählt eine Plattform, die beide Systeme anbietet beziehungsweise unterstützt.
Ein weiterer Schritt ist die Synchronisation der Daten. Das PIM-System sollte als Single Source of Truth für Produktinformationen dienen und diese Daten sollten regelmäßig und automatisch in das CPQ-System übertragen werden. Dadurch wird sichergestellt, dass stets aktuelle und konsistente Produktinformationen für Konfigurationen und Angebote verwendet werden.
Die Integration ermöglicht auch die Anwendung von Regeln und Validierungen auf Basis der PIM-Daten im CPQ-System. Dies ist eine Garantie dafür, dass die vorgeschlagenen Konfigurationen technisch machbar und in Übereinstimmung mit den Produktstandards sind.
Welche Herausforderungen können dabei auftreten und wie können sie überwunden werden?
Markus Pichler:
Die Integration neuer Systeme bedeutet natürlich auch eine Veränderung der bestehenden Arbeitsabläufe. Hier ist es entscheidend, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf die Veränderungen vorzubereiten und Schulungen anzubieten, damit sie die neuen Prozesse effektiv nutzen können. Des Weiteren sollten Unternehmen sich auch Gedanken darüber machen, wohin die Reise gehen soll. Während die Integration anfangs vielleicht für ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Markt gedacht ist, kann das Unternehmen wachsen und sich verändern. Daher sollte die Integration so gestaltet werden, dass sie skalierbar ist und mit den sich ändernden Anforderungen des Unternehmens Schritt halten kann. Nicht zuletzt wegen der Skalierbarkeit werden Cloud-Lösungen immer beliebter.
Insgesamt erfordert die Integration von PIM und CPQ eine sorgfältige Planung, eine klare Kommunikation und die Bereitschaft, sich den Herausforderungen zu stellen. Mit der richtigen Herangehensweise und einem umfassenden Support- und Serviceangebot seitens des Softwareanbieters können diese Herausforderungen jedoch erfolgreich gemeistert und die Vorteile voll ausgeschöpft werden.
Welche weiteren Entwicklungen sind in Bezug auf PIM- und CPQ-Lösungen in den nächsten Jahren zu erwarten?
Markus Pichler:
Die Bereiche PIM und CPQ entwickeln sich ständig weiter. Ich bin fest davon überzeugt, dass künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen zukünftig eine noch größere Rolle in PIM- und CPQ-Lösungen spielen werden. Diese Technologien können helfen, bessere Produktempfehlungen zu geben, den Konfigurationsprozess zu optimieren und die Genauigkeit der Datenpflege zu verbessern.
Um im harten Wettbewerb bestehen zu können, werden Unternehmen verstärkt daran arbeiten, personalisierte und maßgeschneiderte Kundenerlebnisse zu schaffen. PIM- und CPQ-Lösungen können dabei helfen, individuelle Angebote und Konfigurationen zu erstellen, die auf den spezifischen Bedürfnissen und Vorlieben unterschiedlicher Zielgruppen basieren.
Aber auch erweiterte Analysemöglichkeiten werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Seien es Kundenfeedbackdaten oder Daten aus PIM- und CPQ-Systemen. Zukünftige Entwicklungen könnten erweiterte Analysetools und Dashboards bieten, die es Unternehmen ermöglichen, wertvolle Einblicke in die eigene Zielgruppe oder die Effizienz des Vertriebsprozesses und des Produktmanagements zu gewinnen.
Digitalisieren Sie Ihre Produktdaten
In unserem Whitepaper verraten wir, wie Sie mit einem PIM-System schnell von manuellen Prozessen zu smarten Workflows kommen – verständlich, konkret und direkt umsetzbar.
Mit CPQ Geschäftsprozesse beschleunigen und vereinfachen – so gelingt’s
Sie wollen sich im wettbewerbsintensiven Geschäftsumfeld von Ihrer Konkurrenz abheben und sich den entscheidenden Vorteil verschaffen? Dann sollten Sie bald nach einer Lösung suchen, um Ihre Geschäftsprozesse zu optimieren, zu digitalisieren und zu automatisieren. Denn Effizienz ist der Schlüssel, um in unserer schnelllebigen und digitalen Welt erfolgreich zu sein. Glücklicherweise gibt es smarte Tools, die Ihr Unternehmen auf dem Weg unterstützen können. Zwei leistungsstarke Softwarelösungen, die Ihnen dabei helfen, Ihre Produkte besser zu verwalten und zu verkaufen, sind CPQ (Configure Price Quote) und PIM (Product Information Management).
Während eine CPQ-Software hauptsächlich auf die Optimierung von Angeboten und eine Angebotserstellung abzielt, konzentriert sich das PIM darauf, Produktdaten zu konsolidieren und zu verwalten. Eine traumhafte Kombination, um Ihre Geschäftsprozesse zu automatisieren und noch viel effizienter zu gestalten. In diesem Blogbeitrag verraten wir Ihnen, was genau hinter CPQ steckt und inwieweit die Kombination von CPQ und PIM Ihre Prozesse maßgeblich verbessern kann.
Was bedeutet CPQ und was ist eine CPQ-Software?
CPQ beschreibt eine Prozesskette im Vertrieb, welche die Konfiguration des Produkts, die Kalkulation des Preises und die Angebotserstellung umfasst. Eine CPQ-Software automatisiert und digitalisiert diese Prozesskette und unterstützt den Vertrieb vor allem bei variantenreichen, kundenindividuellen und komplexen Produkten. Die CPQ-Software dient als Schnittstelle zwischen den einzelnen Akteuren (Kundschaft, Vertrieb, Produktion) und beschleunigt sowie optimiert die gesamte Prozesskette maßgeblich. Bekannte Anbieter für CPQ-Lösungen sind zum Beispiel: InMindCloud, encoway, SAP CPQ, Salesforce CPQ.
Configure Price Quote: Was steckt hinter den Begriffen?
1. Configure: Individuelle Kundenwünsche realisieren
Wie der Name schon sagt, geht es in diesem Schritt um die Konfiguration eines Produktes oder einer Dienstleistung aus verschiedenen Elementen. Die CPQ-Lösung ist folglich auch ein Produktkonfigurator. Sowohl ein Produktkonfigurator als auch ein CPQ sind Tools, die Unternehmen dabei helfen, maßgeschneiderte Produkte für Kunden und Kundinnen zu erstellen. Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den beiden:
Produktkonfiguratoren: Ein Produktkonfigurator ist ein interaktives Tool, das es Kund:innen ermöglicht, Produkte selbst zusammenzustellen. Dabei stellt er sicher, dass die gewählten Optionen zusammenpassen, und erzeugt ein visuelles Modell oder eine Beschreibung des fertigen Produkts. Der Produktkonfigurator wird oft in Verbindung mit einem E-Commerce-System verwendet, um die Bestellung des Produkts zu vereinfachen und den Endverbraucher:innen eine positive Customer Experience zu bescheren.
CPQ: CPQ-Systeme gehen noch einen Schritt weiter als reine Produktkonfiguratoren. Sie helfen Unternehmen dabei, kundenspezifische Angebote zu erstellen. Diese Angebote können beispielsweise unterschiedliche Preise und Rabatte enthalten. Das CPQ-System ermöglicht es Vertriebsmitarbeitenden, schnell und einfach Angebote zu erstellen, ohne dabei manuell kalkulieren zu müssen.
Oder in kurz: Produktkonfiguratoren dienen hauptsächlich dazu, individuelle und kundenspezifische Produkte zu konfigurieren und zu bestellen, während CPQ-Systeme auch die Erstellung von Angeboten und die Preisgestaltung für kundenspezifische Produkte vereinfachen.
2. Price: Preisgestaltung leicht gemacht
Die Preisfestlegung ist ein entscheidender Schritt im Verkaufsprozess. Ein CPQ berücksichtigt automatisch die Auflistung aller einzelnen Elemente und Stückzahlen des konfigurierten Produkts sowie Rabatte und andere Preisfaktoren, um einen genauen Preis für das konfigurierte Produkt zu ermitteln. Rabatte und Sonderkonditionen sind heutzutage gang und gäbe. Die CPQ-Lösung prüft automatisch, ob bei der Preiserstellung die Rabattgrenzen eingehalten werden. So vermeiden Sie Fehler und stellen sicher, dass Ihre Kund:innen einen fairen Preis erhalten und Ihr Unternehmen dennoch profitabel bleibt.
3. Quote: Angebotserstellung einfach automatisiert
Nach Abschluss der Konfiguration und Preisfestlegung generiert das CPQ automatisch ein professionelles Angebot. Das Angebot enthält detaillierte Informationen über das konfigurierte Produkt, den Preis, die Lieferbedingungen und andere relevante Informationen. Das Angebot wird dabei in ein CI-konformes Layout gegossen. Ein konsistentes und ansprechend gestaltetes Angebot stärkt das Vertrauen Ihrer Kundinnen und Kunden und erhöht die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Geschäftsabschlusses.
Was sind die Vor- und Nachteile einer CPQ-Lösung?
Welche konkreten Vorteile bietet nun eine CPQ-Lösung und vor welche Herausforderungen stellt sie ein Unternehmen? Dies wollen wir im Folgenden etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Effiziente Konfiguration
• Schnelle und präzise Konfiguration von komplexen und variantenreichen Produkten und Dienstleistungen
• Vermeiden von Fehlern bei der Angebotserstellung durch automatisierte Konfigurationsregeln
Konsistente Preisgestaltung
• Einheitliche Preisstruktur für Produkte und Dienstleistungen
• Berücksichtigung von Rabatten, Aktionen und kundenspezifischen Preisregeln
Beschleunigte und automatisierte Prozesse
• Schnellere Angebotserstellung und automatisierte Angebotsgenerierung
• Verkürzung der Zeit von der Anfrage bis zum Angebot sorgt für eine positive Customer Experience
Fehlerfreie Angebote
• Durch automatisierte Berechnungen werden fehlerhafte Preise und Produktkonfigurationen vermieden
Unterstützung des Vertriebs
• Automatisierte Prozesse in der Angebotserstellung entlasten die Mitarbeiter:innen im Vertrieb
• Durch den umfassenden Zugriff auf relevante Produktinformationen können Kundenwünsche besser erfüllt werden
Neben zahlreichen Vorteilen stellt eine CPQ-Software Unternehmen auch vor Herausforderungen, wie zum Beispiel:
• Ein CPQ-Projekt bedeutet auch Mehraufwand bei der Implementierung der Software in die bestehende IT-Infrastruktur.
• Es entstehen zusätzliche Kosten für die Schulung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
• Die Umstellung der Prozesse kann für Unternehmen sehr ressourcen- und kräftezehrend sein.
• Um die Möglichkeiten eines CPQ-Systems voll auszuschöpfen, ist das Unternehmen auf eine hohe Datenqualität angewiesen, denn das System benötigt stets genaue und aktuelle Produkt- und Preisinformationen, um passende Angebote erstellen zu können.
PIM und CPQ: Die Top-Kombination für den entscheidenden Wettbewerbsvorteil
Richtig eingesetzt bringt eine CPQ-Lösung Unternehmen mit komplexen und variantenreichen Produkten große Vorteile: effiziente, fehlerfreie Vertriebsprozesse, höhere Performance im Vertrieb, positivere Kundenerlebnisse, bessere Kundenbindung, Vermeidung von Datensilos – um nur einige zu nennen.
Das alles funktioniert aber nicht ohne eine konsistente Datenbasis. Und hier kommt das PIM ins Spiel. Als zentrale Datendrehscheibe schafft ein PIM genau diese Datenbasis – eine zentrale Quelle für alle Produktinformationen. Das CPQ-System kann sich aus dieser Quelle bedienen, um eine fehlerfreie Produktkonfiguration zu gewährleisten und exakte Preise für Angebote zu kalkulieren. Durch den kombinierten Einsatz beider Technologien können Unternehmen den Vertriebsprozess deutlich verbessern.
Das Ergebnis ist ein effizienterer Verkaufsprozess, der es dem Vertriebsteam ermöglicht, schnell und präzise auf Kundenanfragen zu reagieren und wettbewerbsfähige Angebote zu erstellen. Das spart Zeit und Ressourcen und verschafft Ihrem Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil!
Autor: Nermin Zukorlic Business Development Manager
Digitalisieren Sie Ihre Produktdaten
In unserem Whitepaper verraten wir, wie Sie mit einem PIM-System schnell von manuellen Prozessen zu smarten Workflows kommen – verständlich, konkret und direkt umsetzbar.
ERP, WaWi, CRM, CMS und PIM – worin bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede?
Kommt Ihnen manchmal das Lied „MfG, mit freundlichen Grüßen“ der Fantastischen Vier in den Sinn, wenn Sie sich mit Software rund um die Verwaltung und Organisation Ihres Angebots beschäftigen? Oder beschäftigen müssen? Wir können das gut verstehen. Lauter Abkürzungen, aneinandergereiht und gerappt. Der Song erinnert an das, was einem bei der Tool-Recherche ständig begegnet: „WaWi, CRM und ERP – CMS, PIM ojemine!“ Man möchte direkt mitsingen.
Versuchen wir, das Ganze etwas greifbarer zu machen. Welches Kürzel steht eigentlich wofür? Welche Software leistet was? Die Sache mit den Abkürzungen ist schnell geklärt: WaWi steht für Warenwirtschaft, ERP für Enterprise Ressource Planning. CRM ist die Abkürzung für Customer-Relation-Management und CMS für Content-Management-System. Und PIM steht für Product-Information-Management.
Wie die einzelnen Systeme funktionieren, können wir uns an einem einzigen Artikel anschauen. Versuchen wir es mit einem Fahrrad. Stellen Sie sich Ihr eigenes Fahrrad vor oder eines, das Sie sich schon lange wünschen. Ganz egal. Wir wechseln auf die Anbieterseite: Welche Software kommt wann zum Einsatz, damit das tolle Bike, ob in Gedanken oder in der Wirklichkeit, in Ihre Hände übergehen kann? Sie kennen Ihre Rahmengröße, haben sich für Reifen, die Farbe und vieles mehr entschieden. All das ist relevant und es bedeutet: Es gibt eine Varianz in der Herstellung, bei der Lagerhaltung, in der Distribution und im Angebot. Und hier gibt es keine Abkürzungen, hier zeigen die jeweiligen Systeme, was sie draufhaben. Los geht’s!
Die ERP-Software
Haben Sie als Kund:in ein Fahrrad konfiguriert, werden im ERP die einzelnen Komponenten zusammengefügt. Daraus wird dann eine Bestellung mit den einzelnen Positionen erstellt. ERP-Lösungen kennen die Artikelnummern, die Einkaufspreise, die Nettopreise, die Staffelpreise, die Hersteller, eine Kurzbeschreibung. Also alle betriebswirtschaftlichen Informationen zu jeder Position. Die ERP-Software generiert aus Ihrer Bestellung den Liefer- und Versandschein sowie die Rechnung. Außerdem verwaltet sie alle Lieferanten- und Kundendaten.
Damit verbunden werden Auswertungen wie Verkaufszahlen, Gewinnanalysen, Lieferantenumsätze oder auch Umsatzanalysen und Bilanzen mit dem ERP-System erstellt. Das ERP-System konzentriert sich auf alle betriebswirtschaftlichen Aufgaben Ihres Unternehmens. Die bekanntesten ERP-Anbieter sind SAP oder Microsoft Dynamics.
Das WaWi-System
Genau genommen ist das Warenwirtschaftssystem ein Teil eines ERP-Systems, das sich komplett um die Warenwirtschaft kümmert. Das Warenwirtschaftssystem kennt den Bestand und die Verfügbarkeit der Komponenten Ihres Fahrrades aus dem Beispiel oben und weiß, wo sich die Komponenten im Lager befinden. Es kann Mindest- und Maximalbestände steuern, Bestellvorschläge auslösen und weiß über die geplanten Eingänge Bescheid. Das Warenwirtschaftssystem identifiziert Ladenhüter und kann eine Lagerbewertung oder ganze Inventurlisten erstellen. All diese Informationen gibt es an das ERP-System oder den Onlineshop weiter. Der Vorteil für Sie: Sie sehen im Idealfall schon bei der Bestellung die Verfügbarkeit. Auch hier sind die bekanntesten Systeme SAP oder Microsoft Dynamics.
Das CRM
Mit einem Customer-Relationship-Management-System werden Kundenbeziehungen verwaltet. Es weiß zum Beispiel, dass Sie in der Vergangenheit bereits drei Fahrräder gekauft haben. Angenommen, Sie haben ein Damenrad, ein Herrenrad und ein Kinderlaufrad erstanden. Was liegt also näher, als Ihnen eine Werbung für ein Kinderfahrrad mit Stützrädern zu schicken? Denn Ihr Kind ist ja größer geworden. Oder Sie haben ein Ersatzteil bestellt. Ist Ihr Fahrrad also mittlerweile in die Jahre gekommen und es gibt gegebenenfalls ein neueres, attraktiveres Modell für Sie? Die CRM-Software kümmert sich folglich um die Kundenbeziehung zu Ihnen. Durch sie erhalten Sie gezielte Mailings und Werbung sowie Informationen zu Kundenevents. Gern genutzte CRM-Lösungen sind zum Beispiel die von Salesforce und HubSpot.
Das CMS
Ein Content-Management-System verwaltet alle Informationen zu Ihrem Fahrrad und seinen Komponenten auf einer Website oder in einem Onlineshop. Es erhält über Schnittstellen alle relevanten Daten aus dem ERP- und WaWi-System, wie zum Beispiel Preise und Verfügbarkeiten. Doch für den Webauftritt oder gar einen Onlineshop reichen diese Daten nicht aus. Was fehlt sind Bilder, technische Daten, Bedienungsanleitungen, Datenblätter und vieles mehr. Die Verwaltung dieser Daten für Webauftritte oder Onlineshops übernimmt das CMS-System. Hinzu kommen SEO-Texte, Verkaufsbanner, Seitenbilder und weiterer Content, der für einen Shop oder eine Webseite benötigt wird. Weit verbreitet sind hier Typo3 und WordPress.
Das PIM
Ein Product-Information-Management-System ist die Drehscheibe für alle Daten Ihres Fahrrades. Die PIM-Software enthält alle Informationen der Produktdaten. Aus dem ERP-System erhält es die Preise, aus dem WaWi-System gegebenenfalls die Verfügbarkeiten. Kurzum: Das PIM enthält alle Produktinformationen. Dazu gehören auch alle Bilder und Medien zu Ihrem Fahrrad und seinen Komponenten aus dem Beispiel oben: Detailbilder, Ambientebilder, 360-Grad-Bilder, Datenblätter, Bedienungsanleitungen inklusive aller Metadaten. Aber auch Produktbeschreibungen, SEO-Texte und technische Details zu den einzelnen Komponenten werden im PIM gesammelt und gepflegt. Darüber hinaus verfügt die PIM-Software über die Möglichkeit, Sprachen zu verwalten, unterstützt also die Datenpflege mit Übersetzungsfunktionen. Damit haben Sie bereits vonseiten des Systems Unterstützung bei der Bedienung eines internationalen Marktes. Zudem unterstützt das PIM Sie mit Workflows in den Prozessen der Datenpflege und Publikation Ihrer Daten in die angebundenen Systeme – dazu gehören auch Print-Publikationssyteme zur Erstellung von Katalogen oder Flyern. Diese können durch die Anbindung an das PIM-System auch noch kurz vor der Druckfreigabe aktualisiert werden. Damit ist sichergestellt, dass alle Preise richtig und aktuell sind – und das ohne lange Korrekturläufe.
Bringen Sie Ihre Produktdaten auf Kurs
Das PIM-System verteilt als Datendrehscheibe alle Informationen an die angeschlossenen Systeme. Vor allem an CMS- oder Shop-Systeme oder an die Website. An das ERP-System wird die Kurzbeschreibung und der Artikelname, evtl. noch ein Vorschaubild gesendet. So können Unternehmen ihre Produktdaten effektiv und effizient verwalten und das Beste aus ihnen herausholen. Und es stellt sicher, dass die Daten immer aktuell und jederzeit verfügbar sind. Kurzum: Das PIM verbindet nahtlos die verschiedenen Systeme wie ERP, WaWi, CRM und CMS.
Fahrräder, Farben und Lacke, Urlaube, Teppiche, Mode, ganz egal, was Sie im Angebot haben: Diese fantastischen fünf Systeme helfen Ihnen auf der spannenden Reise zu Ihren Kundinnen und Kunden. Durch eine strategisch-smarte Integration dieser hilfreichen Systeme in Ihre Geschäftsprozesse können Sie Ihre Kund:innen mit passgenauen und relevanten Informationen versorgen und ihnen so ein noch besseres Einkaufserlebnis bescheren. Summen Sie mit, wenn jemand das nächste Mal mit Abkürzungen um sich wirft, die Ihr Business in den richtigen Takt bringen werden. Dann heißt es: WaWi, CRM und ERP – CMS, PIM es ist ok!
Autorin: Frauke Effertz Projektmanagerin
Bringen Sie Ihre Daten in Schwung!
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Wir kennen viele Beispiele gescheiterter Bauprojekte. Denken Sie mal an den Schiefen Turm von Pisa, den Turmbau zu Babel oder ein aktuelleres Beispiel: den Berliner Flughafen. Kein Wunder, denn wenn alle nebeneinanderher planen, sind falsche Entscheidungen aufgrund fehlender Informationen und Missverständnisse vorprogrammiert. Terminverschiebungen, Mängel in der Qualität und erhebliche Zusatzkosten – Bauprojekte sind aufgrund ineffizienter Prozesse viel zu oft davon betroffen.
Das Bau- und Planungswesen ist in viele unterschiedliche Spezialgebiete unterteilt: Architektur, Planung, Ingenieurwesen. Beteiligt sind darüber hinaus die den Bau in Auftrag Gebenden und noch viele mehr. Planung, Entwurf, Bau und der Betrieb eines Gebäudes basieren auf einer effizienten Zusammenarbeit unterschiedlichster Gewerke. Und diese funktioniert nur, wenn alle mit aktuellen und korrekten Informationen versorgt werden sowie den gleichen Informationsstand aufweisen. Werden Informationen uneinheitlich ausgetauscht, bietet das eine Menge Raum für Missverständnisse und Fehler. Das kann teuer werden.
Wie würde sich das verhindern lassen? Ganz einfach, indem Sie die Möglichkeit der voranschreitenden Digitalisierung für sich nutzen: Building Information Modeling heißt das Zauberwort, kurz BIM. Aber was genau ist darunter zu verstehen? Das erfahren Sie in diesem Artikel.
Was ist BIM?
Eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Kurz gesagt: Der Begriff BIM steht für eine Methode, die es mithilfe von Software-Lösungen allen Gewerken des Bauwesens ermöglicht, ein Gebäude anhand eines digitalen 3D-Modells über den gesamten Lebenszyklus und mit allen relevanten Informationen zu visualisieren. Es ermöglicht die Zusammenarbeit aller beteiligten Stakeholder während des Bauprojekts und erleichtert so die Planung, den Bau und den Betrieb. Der Clou: Alle Gewerke greifen auf eine gemeinsame digitale Darstellung des Bauobjektes zu und versehen diese mit Daten und Informationen. Dabei bleibt die Datenbasis stets aktuell und konsistent. Das ermöglicht ein effizientes Projekt.
„Das (BIM-)Haus vom Nikolaus“
Schauen wir uns anhand eines Beispiels genauer an, was Building Information Modeling bedeutet und wie BIM-Prozesse funktionieren: Wir bauen das Haus des Nikolaus.
Der Kunde Nikolaus trägt alle Anforderungen für sein Haus zusammen und hinterlegt sie in einer Datenbank. Diese Daten bilden die Grundlage des gesamten Projekts. Nun kann das Planungsteam zur Tat schreiten und das Gebäude entwerfen. Der Entwurf des Planungsteams wird mit Informationen angereichert, welche über eine standardisierte Terminologie und über ein einheitliches Format verfügen. So bekommen alle am Bau Beteiligten Zugang zu aktuellen und relevanten Informationen, sobald sie jene benötigen. Das sorgt für eine effiziente Zusammenarbeit. Auf dieser Basis wird das Gebäude mit digitalen Objekten nachgebildet. Es entsteht eine exakte visuelle Darstellung von Nikolaus‘ Traumhaus.
Digitale Objekte, wie beispielsweise Fenster, können die Fachplaner:innen mit weiteren Informationen wie Farbe, Beschläge etc. anreichern. Das Haus benötigt eine Wasserpumpe? Kein Problem. Der Pumpenhersteller schreitet zur Tat, liefert alle wichtigen Daten, sodass die passende Pumpe direkt in das digitale Objekt integriert werden kann. Damit keine unschönen Überraschungen durch Zusatzkosten entstehen, nutzt das Projektteam das BIM-Modell, um die unterschiedlichen Gewerke zu koordinieren und alle anfallenden BIM-Daten wie Projektkosten, Energiewerte etc. zu analysieren.
Das Bauunternehmen nutzt das Modell, um Angebote einzuholen und sich über die Objekteigenschaften der Bauelemente zu informieren. Wenn das Bauunternehmen das beste Angebot gefunden und angenommen hat, werden alle Informationen automatisch im BIM eingefügt. So wird garantiert, dass auch die passenden Fenster geliefert werden. In Zukunft kann Nikolaus das Modell seines Hauses Dank der Digitalisierung direkt an die Baubehörde senden, damit diese eine Baugenehmigung erteilt.
BIM – die Zukunft des Bauens
Mit der BIM-Methode werden alle Schritte des Bauprozesses zentral gesammelt. Damit können alle Projektbeteiligten auf die für sie relevanten Informationen zugreifen. Statt getrennt voneinander zu arbeiten und zu planen, wird ein gemeinsames Modell erstellt und der Austausch der Informationen findet über eine zentrale Quelle statt. Das steigert die Effizienz von Bauprojekten und spart eine Menge Zeit und Geld. So ist es nicht verwunderlich, dass BIM bei größeren Bauvorhaben bereits obligatorisch ist. Somit ist BIM in der Baubranche kein Nice-to-have, sondern gilt als Zukunft des Bauens.
Es ist wichtig, BIM nicht nur auf die Erstellung eines 3D-Modells zu beschränken. BIM ist ein Prozess für die Verwaltung des Informationsaustauschs während des gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks – sei es ein Gebäude, ein Tunnel oder eine Brücke. Es bietet eine Struktur für den Austausch relevanter Informationen, die schrittweise im Laufe des Bauprojekts gesammelt werden.
BIM kommt an den zentralen Stellen nicht ohne fachlich und technisch korrekte Produktdaten aus. Wer sich also für die Zukunft des Bauens mit BIM wappnen will, benötigt als Basis ein PIM-System. Denn nur mit einem PIM als zentrale Datendrehscheibe sorgen Sie für eine konsistente Datenbasis. Ein PIM-System bietet eine Lösung für das einfache Management großer Mengen komplexer Daten – vom Sammeln, über das Verwalten bis hin zur Verteilung der Daten.
In unserem Whitepaper verraten wir, wie Sie mit einem PIM-System schnell von manuellen Prozessen zu smarten Workflows kommen – verständlich, konkret und direkt umsetzbar.
Mit Produktkonfiguratoren Erlebnisse kreieren – so geht’s
Das Kaufverhalten von Verbraucher:innen ist im Wandel. Schlagworte wie „User Experience“ und „Customer Experience“ gelangen immer weiter in den Fokus. Ziel ist es, die Conversion zu steigern. 76 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, an Projekten im Bereich User Experience zu arbeiten, um ihre Conversion zu optimieren. (Quelle: Statista)
Ein probates Mittel, um das Einkaufs- und Produkterlebnis Ihrer Kund:innen zu optimieren, sind Produktkonfiguratoren. Im B2C-Bereich sind individuelle Produktkonfigurationen nicht mehr wegzudenken. Doch auch im B2B erfreuen sie sich einer rasant wachsenden Beliebtheit. Warum das so ist, wann die Integration eines Produktkonfigurators sinnvoll ist und wie diese gelingt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
💡 Was ist ein Produktkonfigurator?
Bei einem Produktkonfigurator handelt es sich um eine Software, die es User:innen ermöglicht, mit der Auswahl von Merkmalen Produkte individuell zu konfigurieren. Das Ergebnis dieser Konfiguration wird als Produktvariante bezeichnet. Daher werden die Begriffe „Variantenkonfigurator“, „Angebotskonfigurator“ oder „Vertriebskonfigurator“ oft synonym verwendet.
💡 Wie funktioniert ein Produktkonfigurator?
Mit einem Produktkonfigurator können Ihre Kund:innen individuelle Produktvarianten erstellen. Dabei wählen sie in einer Weboberfläche verschiedene Eigenschaften oder Komponenten aus und erstellen damit Produktvarianten. Konfiguratoren gibt es besonders häufig bei komplexen Produkten mit vielen Optionen, wie zum Beispiel in der Möbelbranche.
Küchenkauf leicht gemacht
Versetzen wir uns einmal in die Lage von Paul (rein fiktiv). Er braucht eine neue Küche. Nach einem langen Arbeitstag schafft er es nicht, in ein Küchenstudio zu fahren, um seine Küche vor Ort konfigurieren zu lassen. Paul recherchiert und findet einen Anbieter, bei dem er seine Küche selbst konfigurieren kann. Er wählt die Front aus, die Anzahl der gewünschten Schubladen, die Arbeitsplatte. Auf den ersten Blick erkennt Paul, dass die Lieferzeit für die gewünschte Arbeitsplatte zu lange dauert. Easy, er sucht sich einfach eine andere mit kürzerer Lieferzeit aus.
Welcher Ofen passt nun in den konfigurierten Schrank? Paul sorgt sich nicht, dass er den falschen Ofen kauft. Denn im Konfigurator können nur passende Komponenten miteinander kombiniert werden. So ist die fehlerfreie Konfiguration komplexer Produkte selbst für Laien einfach möglich.
Sobald Paul mit der Konfiguration fertig ist, schaut er sich sein Ergebnis als 3-D-Modell im vorgesehenen Raum an, bucht den Aufbauservice dazu und schließt den Auftrag per Mausklick ab. Umgehend erhält Paul eine E-Mail mit seiner Küche als 3-D-Zeichnung und mit einer Stückliste der bestellten Artikel. Auch die Produktion und das Lager bekommen eine Stückliste und können seine Küche fehlerfrei zusammenstellen. Paul ist hocherfreut darüber, wie sehr ihm das digitale Zeitalter seinen Alltag erleichtert und wartet zufrieden auf seine Küche.
Die Basis für einen gut funktionierenden Produktkonfigurator sind Daten, Daten, Daten – zum Beispiel Eigenschaften, Komponenten, Bauteile, Dienstleistungen oder Ausprägungen und Konfigurationsregeln. All diese Daten werden in einem Product-Information-Management-System (PIM) gesammelt und verwaltet. Mit einem PIM müssen nicht die Produktdaten für jede einzelne Variante erfasst werden, sondern lediglich die Eigenschaften, Komponenten und Regeln für die Kombinationsmöglichkeiten. Das bietet einen großen Vorteil, weswegen immer mehr Unternehmen auf die Kombination Konfigurator und PIM-System setzen.
Die 3 wichtigsten Vorteile
Kombinationen effizienter händeln
Produktkonfiguratoren sind unabdingbar, wenn Ihr Produkt verschiedene Kombinationsmöglichkeiten mehrerer Komponenten zulässt. Zur Erläuterung ein kleines Beispiel: Bei sieben Komponenten mit fünf unterschiedlichen Eigenschaften gibt es bereits 78.125 mögliche Varianten. Nun stellen Sie sich vor, Sie müssten all diese Varianten manuell anlegen, pflegen und gegebenenfalls übersetzen – das können und wollen Sie nicht leisten. Einfacher ist es, nur die sieben Komponenten, die Eigenschaften und die relevanten Kombinationsregeln zu hinterlegen und diese im PIM zentral zu verwalten. Zudem verzichten Sie damit auch auf redundante Datenhaltung.
24/7 Produkterlebnisse für Kunden und Kundinnen
Produktkonfiguratoren sind für die Digitalisierung in Unternehmen sehr wichtig, da sie ihren Kund:innen ein Onlineerlebnis und eine Visualisierung von ihren Produkten bieten. Die Rechnung ist ganz einfach: Eine kundenorientierte Produktausrichtung führt zu höherer Zufriedenheit und damit zu mehr Verkäufen, weniger Retouren und besseren Umsätzen. Zudem wird den Anwender:innen die Konfiguration vereinfacht, da die Produktfindung auch für Laien geeignet ist. Denn Anwender:innen können nur die passenden Komponenten in ihre Produktkonfiguration integrieren. So konnte Paul beispielsweise keinen falschen Ofen bestellen. Doch das Beste ist: Ihre Produkte sind 24 h am Tag konfigurierbar und von überall bestellbar. Sie brauchen dafür weder personelle Ressourcen noch einen lokalen Standort.
Mehr Erfolg im Produktvertrieb und weniger Retouren
Auch Ihr Vertrieb wird die Vorteile eines Konfigurators zu schätzen wissen. Die Angebots- und Auftragserstellung erfolgt automatisch. Die Erfolgsquote steigt. Sie sparen bei allen Prozessen Zeit, Ressourcen und Kosten – vom Vertrieb über Produktion bis zur Logistik. Durch reibungslose Prozesse und exakte Stücklisten werden immer zuverlässige Preise bei der Angebotserstellung berücksichtigt und Fehler in der Produktion minimiert. Dadurch gibt es im Folgeprozess weniger Reklamationen und Retouren.
Wann lohnt sich der Einsatz von Produktkonfiguratoren?
Ein Konfigurator bietet sich vor allem dann an, wenn Sie viele Produktvarianten haben. Wenn Sie besonders hochwertige Produkte vertreiben und Ihren Kund:innen ein außerordentliches Einkaufserlebnis bieten wollen, ist der Konfigurator ebenfalls die perfekte Wahl für Ihren Onlineshop. Selbst ohne das Produkt in den Händen zu halten, können sich Verbraucher:innen dank Konfigurator einen perfekten Eindruck von Ihrem Produkt machen.
Ob B2C oder B2B – Produktkonfiguratoren sind überall beliebt
Produktkonfiguratoren gibt es meist im B2C-Bereich, Tendenz steigend. Die Einsatzgebiete sind vielfältig. Ganz gleich ob wir ein Ersatzteil für unser Auto suchen, ein neues Fahrrad kaufen oder einen Urlaub buchen – in vielen Onlineshops können wir uns unser Wunschprodukt selbst konfigurieren. Bei dem Erwerb von neuen Computern wählen wir, welche Speichergröße wir benötigen. In der Touristik-Branche suchen wir die passende Zimmer- und Verpflegungsart aus. Auch in der Bekleidungsbranche wird vermehrt auf Konfigurationen gesetzt. Und im Möbelbereich sind sie nicht mehr wegzudenken. So machen Sie es Ihren Kund:innen leicht und erhöhen die User Experience maßgeblich.
Gerade bei komplexen Produkten erleichtert ein Konfigurator Ihren Kund:innen den Einkauf. Deswegen begegnen uns auch im B2B-Bereich an vielen Stellen Konfiguratoren. Bei Antriebswellen, Kupplungen, Lagern, Automatisierungssystemen, hydraulischen oder pneumatischen Systemen. Nicht immer bekommen wir als Verbraucher:in mit, dass hinter dem Angebot ein Konfigurator steckt. Bei komplexeren Produkten oder bei Unternehmen, die auf eine enge Bindung zur Kundschaft setzt, bedient der Vertrieb den Konfigurator gern selbst. Die Vorteile überwiegen auch bei diesem Ansatz.
So funktioniert die Umsetzung
Im ersten Schritt wählen Sie einen passenden Anbieter und spezifizieren Ihre Anforderungen. Die Software-Lösung wird individuell nach Ihren Wünschen für Sie angepasst. Sie werden dabei beratend begleitet, um alle technischen Anforderungen für eine reibungslose Integration sicherzustellen. Nachdem Sie den Produktkonfigurator durch Usability-Tests geprüft haben, werden echte Produktdaten in das System übernommen. Ab diesem Punkt benötigen Sie eine PIM-Software. Denn das PIM-System ist die Datenbasis. Hier definieren Sie die Varianten, Regeln, Kombinationsmöglichkeiten, CAD-Daten, Videos oder Fotos. Kurz, alle Daten und Informationen, die der Konfigurator benötigt.
Neue Varianten werden durch optimierte Oberflächen für die Massendatenpflege und schnelle Datenerfassung hinzugefügt. Mit einem PIM-System vermeiden Sie grundsätzlich redundante Datenhaltung und versorgen darüber hinaus alle relevanten E-Commerce-Kanäle live mit den neuesten (freigegebenen) Produktdaten. Unsere Software, die ATAMYA Produkt Cloud, unterstützt Sie als Datendrehscheibe in Ihrer IT-Landschaft.
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Unsere Expert:innen nehmen sich gern Zeit für Sie und zeigen Ihnen, wie unsere Software Sie bei Ihren Herausforderungen unterstützen kann – kostenlos und unverbindlich. Fordern Sie jetzt einen Demo-Termin an.
Die Einführung einer neuen Software stellt jedes Unternehmen vor eine große Herausforderung. Es gilt, vieles zu beachten, damit alle Rahmenbedingung geschaffen und alle Teams, die mit der Software arbeiten, abgeholt werden. Erst dann kann das neue System optimal zum Einsatz kommen.
Wir wissen: ein solches Projekt sollte man strukturiert in Angriff nehmen. Seit über 30 Jahren unterstützen wir Unternehmen bei der Softwareeinführung. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass das Gelingen und das Scheitern von Implementierungs-Projekten, oftmals an den gleichen Faktoren festzumachen ist. Die gute Nachricht: Diese Probleme lassen sich schnell und einfach vermeiden. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen einige Dos und Don’ts auf die Sie achten sollten, damit Ihr Implementierungsprozess kein Desaster, sondern ein Erfolg auf ganzer Linie wird.
Don’t:
Zu wenig Ressourcen einplanen und das Kernteam falsch besetzen.
Do: Planen Sie von vornherein genügend Ressourcen für Ihre Software-Implementierung ein. Sie allein können diese Aufgabe neben dem Tagesgeschäft nicht stemmen. Machen Sie sich Gedanken über ein passendes Kernteam, das von Anfang bis zum Schluss in den Implementierungsprozess mit eingebunden wird. Dieses Team sollte über fundiertes Know-how über alle Produkte und Serviceleistungen des Unternehmens verfügen. Sie sollten wissen, wie Produkte und Services entstehen bzw. eingekauft werden, welche Prozesse dahinterstehen und an welche Zielgruppe sich Ihre Produkte richten.
Don’t:
Die IT zu spät involvieren.
Do: Involvieren Sie Ihre IT-Abteilung noch bevor der Implementierungsprozess beginnt. Ihre Kollegen aus der IT haben Fachwissen, von dem Sie bei der Einführung einer neuen Software profitieren können. Je früher Sie sie ins Boot holen, desto eher lassen sich Zweifel ausräumen. Treffen Sie sich regelmäßig und teilen Sie Projektfortschritte und Ergebnisse. Ein regelmäßiger Austausch zwischen IT, Management, Entwicklung Projektmanagement und dem Kernteam löst Probleme, bevor sie entstehen.
Don’t:
Bestehende, nicht optimierte Prozesse in das System konfigurieren.
Do:
Machen Sie sich eines bewusst: Ihre Prozesse werden sich grundlegend ändern. Aber keine Panik, sie ändern sich zum Besseren. Immerhin implementieren Sie eine neue Software mit dem Ziel, effizienter zu arbeiten und Prozesse zu optimieren. An diesem Punkt werden sie von Ihrem Anbieter kräftig unterstützt. In gemeinsamen Workshops definieren Sie, welche Schnittstellen umgesetzt werden müssen und welche Technologie dafür benötigt wird, um alle Anforderungen zu erfüllen.
„Das Zusammentragen aller relevanten Produktdaten vor dem Start der Implementierung trägt zu einem reibungslosen Prozess bei.“
– David Klein, Presales und Datenspürhund bei ATAMYA
Don’t:
Die Anwender der Software nicht ausgiebig schulen und zu spät einbinden.
Do: Nehmen Sie das Trainingsangebot Ihres Software-Anbieters in Anspruch. Das spart Ihnen im Endeffekt eine Menge Zeit und Geld. Trainings nehmen Ihren Mitarbeitern und Kollegen die Angst und die Scheu vor einer neuen Software und fördern die Akzeptanz für die Neuerung. Das Ergebnis: Ihre Mitarbeiter und Kollegen können schnell und sicher mit der neuen Software arbeiten. Überlegen Sie, wer eine Schulung braucht oder wünscht. Sie können Kollegen in Gruppen zusammenfassen und dabei individuelle Anforderungen berücksichtigen. Wir bieten den Anwendern unserer Software ein ausgereiftes und praxisnahes Trainingskonzept, die ATAMYA Academy. Hier zeigen führende Produktexperten, wie Sie unsere Software effektiv nutzen und sich so im Handumdrehen Zeit für die wichtigen Dinge verschaffen: Die Entfaltung Ihrer Produktdaten.
Don´t:
Eine kurze Ankündigung im Unternehmen, das eine neue Software eingeführt wird.
Do: Informieren Sie dringend Ihre Mitarbeiter frühzeitig und kommunizieren Sie so transparent wie möglich. Für Mitarbeiter spielen die dahinterliegenden Gründe, also das “Warum”, eine große Rolle. Stellen Sie die Ziele vor und verdeutlichen Sie der Geschäftsführung sowie der gesamten Belegschaft, warum Sie sich für die Einführung der Software entschieden haben und machen Sie deutlich: Diese Lösung hat Einfluss auf übergeordnete Unternehmensziele und wird für mehr Transparenz sorgen und den Informationsfluss im gesamten Unternehmen erhöhen.
Überzeugen Sie Ihre Mitarbeiter, Kollegen und Führungskräfte, dass die Einführung einer neuen Software einen positiven Effekt auf ihren Arbeitsalltag haben wird. Um Ihnen eine Hilfestellung dabei zu geben, haben wir in Ihnen eine Präsntation erstellt „Warum brauchen wir eine PIM Software? einige hieb- und stichfeste Argumente gesammelt, die selbst den kritischsten Skeptiker auf Ihre Seite bringen. Schauen Sie mal rein.
Ganz wichtig: Stellen Sie ausreichend Schulungsmöglichkeiten und -materialien zur Verfügung. So fühlen sich Ihre Mitarbeiter stärker involviert und motiviert, die neue Software zu nutzen.
Wer bei Google nach einem digitalen IT-System zum Managen aller Produktdaten im Unternehmen sucht, findet eine Vielzahl von Software-Tools, die namentlich alle etwas mit dem Management von Produkten zu tun haben. So findet sich Software zum Management von Product Data (PDM), Product Lifecycle (PLM), Product Information (PIM), Product Content (PCM), Product Experience (PXM) und Master Data (MDM). Was diese Begriffe bedeuten und welches digitale System welche Anforderungen löst, beantworten wir in diesem Beitrag:
PIM – Product Information Management
Aufgabe einer PIM-Lösung ist es, alle Produktdaten eines Unternehmens zentral und medienneutral zu speichern. Produktdaten sind unter anderem Marketing-Daten wie Beschreibungstexte und Bilder sowie technische Informationen wie Höhe, Länge und Breite. Von der Datenbeschaffung über die Datenanreicherung der Produkte bis zur Ausspielung der Daten in die verschiedensten Verkaufskanäle werden alle Produktdatenprozesse in einem digitalen System unterstützt.
Detaillierte Informationen zum Thema Product Information Management und die Antwort auf die Frage „Warum Produktdaten für Unternehmen so wichtig sind“ erhalten Sie auf unserer Seite „Was ist PIM“.
PCM – Product Content Management
Der Begriff PCM wird von vielen synonym zu PIM verwendet. Andere sehen PCM „nur“ als Anreicherungsfunktion für Produktdaten wie Beschreibungstexte, Eigenschaften und Medien, daher verorten sie PCM nur im PIM-Prozessschritt „Datenanreicherung“. Funktionen wie Datenbeschaffung aus mehreren Quellen, Datenqualitätssicherung und die Ausspielung in viele Vertriebskanäle fehlen demnach einem PCM-System, weshalb PCM nur eine Teilfunktion von PIM ist.
PXM – Product Experience Management
Im modernen Produktvertrieb und Marketing wird versucht, die Customer Experience, also das Einkaufserlebnis der Kunden, möglichst zu maximieren, um hierdurch eine höhere Conversion Rate zu erzielen. Ein Baustein des Kundenerlebnisses ist die Product Experience, die als Grundlage für eine hohe Customer Experience gesehen wird. Hier setzt PXM an: Product Experience Management ist ein relativ neuer Begriff, der die Kernprozesse eines PIMs um einen weiteren Prozessteil erweitert: die „Kontextuierung“.
In diesem Prozessschritt, der zwischen der Datenpflege und -ausspielung stattfindet, werden die Produktdaten um kontext-abhängige Inhalte erweitert. Kontexte sind hierbei zum Beispiel die Anwendung, in der ein Produkt beim Kunden zum Einsatz kommt, oder die Phase des Verkaufsprozesses. Durch unterschiedliche Produktinformationen für z. B. spezielle Anwendungen eines Produktes werden die Kunden ihren Bedürfnissen entsprechend zielgerichteter angesprochen, was sie im besten Fall mit einer Conversion danken.
Weitere Details zu PXM und warum es immer wichtiger wird, finden Sie auf unserer Seite „Was ist PXM“.
PDM – Product Data Management
In Abgrenzung von PIM-Systemen, werden in PDM-Lösungen keine Marketing- oder Vertriebsdaten von Produkten, sondern alle Daten, die während des Entstehungsprozesses von Produkten anfallen, gespeichert. PDM-Systeme sind daher vor allem für Hersteller mit einer eigenen Produktentwicklung relevant. Die im Zuge der Produktentwicklung gesammelten Informationen sind bei Herstellern oft die Basis für die Produktinformationen, die für einen Vertrieb der Produkte benötigt und dann in einem PIM-System gespeichert werden. Daher sind PDM- und PIM-Systeme oft miteinander verbunden.
PLM – Product Lifecycle Management
PLM-Systeme helfen bei der Planung und dem Management des Produktentstehungsprozesses. Product Lifecycle Management ist also eine Art spezialisiertes Projektmanagement-Tool für Hersteller von Produkten. Oftmals speichern Product Lifecycle Systeme auch gleich alle beim Entstehungsprozess anfallenden Daten und übernehmen damit zudem die Funktionen von PDM-Systemen. Sie sind also eine Erweiterung von PDM-Systemen und haben diese zumeist abgelöst.
MDM – Master Data Management
Während ein PIM-System nur den Bereich der Produkte betrachtet, gehen MDM-Systeme einen Schritt weiter und managen auch Stammdaten aus anderen Bereichen. Ziel ist die Verbindung unterschiedlicher Datenquellen eines Unternehmens, zur Ableitung qualitativ hochwertiger Geschäftsentscheidungen. Typische Objekte, die ein sogenanntes Multi-Domain Master Data Management System verwaltet, sind neben den Produkten auch Kunden, Kundengruppen, Lieferanten, Partner, Mitarbeiter und Aufträge. Durch die Verknüpfung dieser Objekte miteinander erhält der Nutzer eine Art 360° Sicht auf seine Kunden und Produkte.
Weitere Informationen zu MDM und Beispiele, in denen der Einsatz eines Master Data Management Systems sinnvoll ist, bekommen Sie auf unserer Seite Was ist MDM.
Gegenüberstellung
Die folgende Grafik stellt abschließend alle genannten Begriffe gegenüber. Dabei sieht man beispielsweise, dass PCM „nur“ eine Teilfunktion (Untermenge) von PIM, PDM eine Untermenge von PLM und PXM eine Erweiterung von PIM ist.
Autor: Eric Dreyer Head of Product Management and Quality ATAMYA
Die Anforderungen an Produktdaten steigen – jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Ihre Stakeholder von einem PIM-System zu überzeugen. Diese Präsentation liefert passende Argumente für eine fundierte Entscheidung.