Vier Erfolgsfaktoren bei der PIM-Implementierung
Das richtige Vorgehensmodell ist wichtig. Aber es reicht nicht.
Ob eine PIM-Einführung funktioniert, entscheidet sich vor allem daran, wie das Projekt im Unternehmen aufgesetzt und gelebt wird. Vier Faktoren machen dabei den Unterschied.
1. Das richtige Projektteam zusammenstellen
So klein wie möglich, so groß wie nötig: Ein gutes PIM-Kernteam bringt die entscheidenden Perspektiven zusammen. Produktmanagement, Marketing und IT sollten von Anfang an vertreten sein. Je nach Organisation kommen E-Commerce, Datenmanagement oder weitere Fachbereiche hinzu.
Vor allem die frühzeitige Einbindung der IT ist entscheidend. Ein PIM steht schließlich nicht allein in der Systemlandschaft. ERP, Shopsysteme, DAM, Marktplätze und weitere Plattformen müssen über Schnittstellen sauber zusammenspielen. Wer Integrationsentscheidungen ohne IT trifft, verschiebt Probleme häufig nur nach hinten.
Ebenso wichtig: feste Kapazitäten einplanen. Wer eine PIM-Einführung neben dem Tagesgeschäft betreibt, verlängert die Projektlaufzeit und erhöht das Fehlerrisiko. Klare Verantwortlichkeiten und reservierte Projektzeiten sind keine Verwaltungsaufgabe, sondern Projektvoraussetzung.
2. Akzeptanz im Unternehmen schaffen
Eine PIM-Einführung verändert Prozesse für alle Beteiligten. Excel-Listen verschwinden, Verantwortlichkeiten verschieben sich, Workflows ändern sich und manuelle Schritte werden automatisiert. Für das Unternehmen ist das ein Fortschritt. Für einzelne Mitarbeitende zunächst einmal eine Veränderung.
Deshalb ist transparente Kommunikation kein Soft Skill am Rand des Projekts. Sie ist Teil der Implementierungsstrategie. Wer früh erklärt, was sich verändert und warum, schafft Verständnis. Noch besser: Die späteren User gestalten relevante Prozesse direkt mit. Denn Akzeptanz entsteht selten durch eine Ankündigung, sondern durch Beteiligung.
3. Schulung zur richtigen Zeit
Zu früh geschult: Das Gelernte ist vergessen, wenn es gebraucht wird. Zu spät: Das Team lernt unter Zeitdruck. Sinnvoller ist ein anderes Prinzip: Schulungen folgen dem Projektfortschritt.
Was in einer Projektphase gebraucht wird, wird genau dann vermittelt. So lässt sich neues Wissen direkt anwenden und festigen. Aus einer einmaligen Produktschulung wird ein Lernprozess, der das Team Schritt für Schritt in die selbstständige Nutzung führt.
4. Externe Beratung gezielt einbinden
Auch wer in Eigenregie implementiert, profitiert von externem Blick an den richtigen Stellen. Datenmodellentscheidungen, Schnittstellenarchitektur, Rollout-Planung: Das sind die Punkte, an denen Projekterfahrung von außen Monate einsparen kann. Nicht als Dauerbegleitung, sondern als gezielter Impuls.
Die entscheidende Frage lautet also nicht: intern oder extern? Sondern: Wo bringt externe Expertise den größten Mehrwert und wo sollte das eigene Team bewusst Verantwortung übernehmen?
Was kostet eine PIM-Einführung?
Drei Kostentreiber bestimmen das Budget:
- Lizenz
- Implementierung
- Interne Ressourcen
Die Lizenzkosten hängen vom jeweiligen System, Editions- oder Preismodell und Nutzungsumfang ab. Eine seriöse Pauschalzahl lässt sich deshalb nicht nennen. Die Implementierungskosten hängen vom Modell ab. Full Service ist am teuersten, Eigenregie am günstigsten. Aber günstig bedeutet nicht kostenlos. Interne Projektstunden haben ihren Wert, auch wenn sie nicht auf einer Rechnung stehen. Interne Ressourcen werden regelmäßig unterschätzt: Projektleitung, IT-Kapazitäten, Schulungsaufwände, etc. Das sind echte Kosten, auch ohne externe Rechnung.
Hinzu kommen Aufwände für Datenmigration, Schnittstellenentwicklung und laufenden Betrieb nach dem Go-Live. Für eine realistische Gesamtkalkulation empfehlen wir ein direktes Gespräch. Denn die Variablen sind zu individuell für Pauschalwerte.
Typische Fehler bei der PIM-Implementierung vermeiden
Die häufigsten Stolperfallen sind bekannt. Das macht sie leider nicht automatisch seltener.
Unklare Anforderungen: Wer nicht weiß, was das System leisten soll, kann es nicht richtig konfigurieren.
IT zu spät eingebunden: Integrationsprobleme können teuer werden. Besonders dann, wenn grundlegende Entscheidungen bereits getroffen wurden, bevor die Systemlandschaft vollständig berücksichtigt wurde.
Datenqualität unterschätzt: Ein PIM kann Daten strukturieren, Prozesse unterstützen und Qualität systematisch verbessern. Aber schlechte Ausgangsdaten verschwinden nicht einfach durch eine neue Software. Datenanalyse und -bereinigung gehören deshalb früh ins Projekt.
Change Management vernachlässigt: Ein System technisch live zu bringen ist das eine. Es im Arbeitsalltag zu verankern das andere. Prozesse funktionieren nur, wenn Menschen sie verstehen und nutzen.
Fazit
Eine erfolgreiche PIM-Einführung beginnt nicht mit der ersten Konfiguration. Sie beginnt mit den richtigen Entscheidungen: Welches Vorgehensmodell passt zu unseren Ressourcen? Wer gehört ins Kernteam? Wo brauchen wir externe Expertise? Und wie sorgen wir dafür, dass aus einer neuen Software tatsächlich bessere Prozesse entstehen?
Wer diese Fragen früh beantwortet, schafft eine solide Grundlage für die technische Umsetzung und vermeidet viele der Schleifen, die PIM-Projekte unnötig lang und teuer machen.
Darauf kommt es an:
- Das passende Vorgehensmodell wählen: Full Service, Eigenregie oder Hybrid.
- Ein schlagkräftiges Kernteam aus Fachbereichen und IT aufstellen.
- Feste Kapazitäten schaffen, statt das Projekt nebenher laufen zu lassen.
- Akzeptanz aktiv aufbauen und Mitarbeitende früh beteiligen.
- Schulungen mit dem tatsächlichen Projektfortschritt synchronisieren.
- Externe Expertise gezielt einsetzen, wenn Erfahrung Zeit und Fehlentscheidungen sparen kann.
- Technische Umsetzung, Datenmigration und Integrationen strukturiert planen.
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Aktualisierte Version der Erstveröffentlichung vom 05.12.2023