Best Practices, Strategien und Tools für ein effektives Stammdatenmanagement

In der heutigen komplexen Geschäftswelt sind Daten das Lebenselixier eines jeden Unternehmens. Doch Daten sind nicht gleich Daten. Eine besondere Rolle spielen hierbei die sogenannten Stammdaten (engl. Master Data). Sie bilden das Fundament für reibungslose Prozesse und fundierte Entscheidungen. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Stammdatenmanagement (kurz MDM für Master Data Management) und warum ist eine durchdachte Stammdatenverwaltung so entscheidend für Ihren Erfolg?

Die Bedeutung der Stammdatenverwaltung für moderne Unternehmen

Stammdaten umfassen die wichtigsten und grundlegendsten Informationen über Ihre Geschäftsobjekte. Dazu gehören beispielsweise Kundendaten, Materialstammdaten, Lieferanteninformationen und natürlich auch Produktdaten. Diese Daten sind in der Regel beständig und werden von verschiedenen Systemen und Abteilungen im Unternehmen genutzt. Kurzum: Stammdaten bilden das Rückgrat zahlreicher Geschäftsprozesse – von der Angebotserstellung über die Logistik bis hin zur Kundenbetreuung. Eine ineffiziente Verwaltung dieser Daten führt schnell zu Dateninkonsistenzen und Redundanzen. Die Konsequenzen reichen von fehlerhaften Reports bis hin zu stockenden Abläufen. Das kostet eine Menge Zeit und Geld. Um dies zu vermeiden, führt kein Weg an einem effektiven Stammdatenmanagement vorbei.

Ein gut implementiertes Stammdatenmanagement schafft eine zentrale, konsistente und verlässliche Datenbasis. Dies ermöglicht es Ihnen, fundiertere Entscheidungen zu treffen, Ihre Geschäftsprozesse zu optimieren und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen zu verbessern. Kurzum: Stammdatenmanagement sorgt für Ordnung in ihren grundlegenden Datenprozessen.

 

So profitieren Sie von durchdachtem Stammdatenmanagement

Ein effektives Stammdatenmanagement ist viel mehr als nur eine technische Pflichtübung – es zahlt direkt auf den Erfolg Ihres Unternehmens ein. Die positiven Effekte spüren Sie in fast allen Bereichen:

  • Höhere Datenqualität: Wenn Stammdaten zentral gepflegt und regelmäßig bereinigt werden, steigt die Datenqualität spürbar. Fehlerhafte oder doppelte Einträge gehören der Vergangenheit an.
  • Effizientere Prozesse: Einheitliche Daten sorgen dafür, dass Prozesse sauber ineinandergreifen – sei es in der Produktion, im Vertrieb oder im Kundenservice.
  • Fundierte Entscheidungen: Wer sich auf die Daten verlassen kann, trifft bessere und fundiertere Entscheidungen – ob operativ oder strategisch.
  • Bessere Kundenerlebnisse: Stimmt die Datenbasis, wird auch die Kundenansprache und das Angebot persönlicher und passender – ein echter Pluspunkt für die Zufriedenheit Ihrer Kunden.
  • Rechtlich auf der sicheren Seite: Ein transparentes Datenmanagement erleichtert nicht nur interne Abläufe, sondern hilft auch, regulatorische Anforderungen zuverlässig zu erfüllen.

Kurz gesagt: Saubere Stammdaten zahlen sich aus – heute und in Zukunft.

 

Der Weg zum erfolgreichen Stammdatenmanagement

Eine funktionierende Stammdatenstrategie entsteht nicht über Nacht – sie braucht Struktur, klare Ziele und ein System, das zu Ihrem Unternehmen passt. Der Schlüssel liegt darin, klein und pragmatisch zu starten. “Quick Wins” heißt das Zauberwort: Statt das große Ganze auf einmal umzusetzen, empfiehlt es sich, mit einem konkreten Use Case zu beginnen – etwa bei den Produktdaten im E-Commerce oder den Lieferantendaten im Einkauf.

Wichtig ist dabei: Das ist kein reines IT-Projekt. Es braucht die Zusammenarbeit von Fachbereichen, IT und Management. Legen Sie klare Rollen und Verantwortlichkeiten fest, etablieren Sie schlanke Governance-Strukturen und sorgen Sie für regelmäßige Datenqualitätssicherungen. Und: Wählen Sie eine Plattform, die nicht nur technisch überzeugt, sondern sich flexibel an Ihre Anforderungen anpasst – idealerweise cloud-native, API-first und skalierbar, wie ATAMYA. So behalten Sie die Kontrolle, minimieren Risiken und schaffen schnell echte Mehrwerte – und genau das macht eine gute MDM-Strategie aus.

 

Best Practices für erfolgreiches Stammdatenmanagement von Produktdaten

Wenn die strategischen Grundlagen geklärt sind, kommt es auf die richtige Umsetzung an. Gerade im Bereich des Produktmanagements spielt ein durchdachtes Stammdatenmanagement eine zentrale Rolle. Denn hier treffen tägliche Datenpflege, Marketinganforderungen und Vertriebserfolge direkt aufeinander. Saubere, konsistente Produktdaten machen den Unterschied: für erfolgreichen Omnichannel-Vertrieb, effektive Marketingkampagnen und zufriedene Kunden.

Best Practices für das Stammdatenmanagement von Produktdaten umfassen:

  • Zentrale Datenhaltung: Implementieren Sie ein System, in dem alle relevanten Produktinformationen zentral verwaltet werden, so behalten Sie den Überblick.
  • Datenstandardisierung: Definieren Sie klare Regeln für die Erfassung und Pflege von Produktdaten. Das spart Zeit und sorgt für ein einheitliches Gesamtbild.
  • Workflows für die Datenpflege: Etablieren Sie transparente Prozesse für die Erstellung, Änderung und Löschung von Produktdaten.
  • Datenqualitätsmanagement: Datenqualität ist kein Ein-Mal-Projekt: Implementieren Sie regelmäßige Checks zur kontinuierlichen Überprüfung und Verbesserung der Datenqualität.

Mit einem modernen Stammdatenmanagement schaffen Sie die Grundlage für ein starkes, zukunftsfähiges Produktinformationsmanagement – unabhängig von Kanal, Sprache oder Zielgruppe.

Autor:
Robin Demeter
Senior Sales Manager
ATAMYA

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Wo Produktdaten (und ihr Onboarding) wirklich starten

PIM-Nutzer landen früher oder später bei einem oft unterschätzten Thema: dem Data-Onboarding. Gemeint ist der Import externer Daten in eigene Systeme – zum Beispiel seine ATAMYA-Instanz. Manchmal nennt man es auch „Daten-Onboarding“ oder „Lieferantendaten-Onboarding“. Der Grund liegt auf der Hand: Händler erhalten ihre Produktdaten meist aus unterschiedlichen Quellen – von Herstellern, Lieferanten oder auch aus Datenpools.

Jeder Datenlieferant pflegt seine Daten unterschiedlich – eben so, wie es für ihn am besten erscheint. Manche Hersteller führen einzelne Excel-Listen, andere wiederum nutzen ein PIM-System. Hinzu kommt die bunte Vielfalt von Austauschformaten wie CSV, XLSX, XML, JSON, oder Datenstandards wie BMEcat, ETIM xChange und mehr.

Was für den einzelnen Datenlieferanten funktioniert, stellt den Datenempfänger aber häufig vor große Herausforderungen. Wie kann er verschiedene Daten einheitlich und passgenau in das ATAMYA-System als seine zentrale Plattform für die strukturierte Verwaltung und Ausspielung von Produktdaten importieren? Die Lösung: Ein strukturiertes, effizientes Data-Onboarding mithilfe eines „Vermittlers“ zwischen Lieferanten und Empfänger.

Dieser Beitrag zeigt, warum Data-Onboarding weit mehr als nur ein technisches Beiwerk ist, wie man es im Rahmen seines Produktdatenmanagements optimieren kann – und warum die Einhaltung von Datenqualität-Grundsätzen dabei eine essenzielle Rolle spielt.

 

Die Rolle des Data-Onboardings in der Produktdatenkette

Zugegeben: Data-Onboarding ist nicht der Smalltalk-Renner auf jeder Party. Aber warum wird dieser Teil des Produktdatenmanagements eigentlich manchmal stiefmütterlich behandelt? Ein häufiges Missverständnis ist, dass das Data-Onboarding nur ein beiläufiger Prozess hin zur Produktdatenpflege im PIM-System sei.

Wenn man sich aber den gesamten Weg der Produktdaten von ihrer erstmaligen Anlage bis hin zur finalen Produktpräsentation und -vermarktung vor Augen führt, relativiert sich diese Einschätzung. Schnell wird klar: Dem Data-Onboarding kommt sogar eine wichtige Schlüsselrolle entlang der „Content-Supply-Chain“ zu. Damit ist der vollständige Datenfluss vom Hersteller über den Händler bis hin zum Kunden bzw. Endverbraucher gemeint.

Ein Grund dafür ist die qualitätssichernde Funktion des Data-Onboardings. Es verhindert, dass minderwertige externe Daten überhaupt in eigene Systeme importiert werden und so nachgelagert Probleme verursachen. Zur Wahrheit gehört nämlich: Die Produktdatenmanagement-Prozesse im PIM sind nur so effizient wie die Datenqualität es zulässt.

Deshalb gilt: Wer direkt hochwertige, einheitliche und saubere Daten in sein PIM-System importiert, schafft die Grundlage für automatisierte Abläufe, kanalübergreifende Ausspielung und eine nachhaltig hohe Datenqualität im PIM – und darüber hinaus. Die Sichtbarkeit von Produkten im eigenen Onlineshop, in Suchmaschinen oder auf Marktplätzen hängt nicht zuletzt von der Aktualität, der Vollständigkeit, der Aussagekraft und der allgemein ansprechenden Produktpräsentation ab. Händler senken durch hochwertige Produktdaten nicht zuletzt ihre Retourenquoten und steigern ihre Verkaufschancen.

 

Das PIM als zentraler Ort für eigene und fremde Produktdaten

Die Notwendigkeit einer hochwertigen Datenqualität im Zuge des Data-Onboardings hat nicht zuletzt mit der Natur von PIM-Systemen zu tun. Denn: PIM-Systeme wie ATAYMA fungieren als sogenannter „Single Point of Truth“ (SPOT). Auf Deutsch bedeutet das „zentraler Ort der Wahrheit“. Was kryptisch klingt, ist ein wichtiger Vorteil von PIM-Systemen. Sie sollen nämlich die zentrale Drehscheibe für alle produktbezogenen Informationen in einem Unternehmen sein. Ihre bereichsübergreifende Nutzung verhindert die Entstehung gefährlicher „Datensilos“. Das sind separate, nicht zusammenhängende Datensätze, die z.B. unterschiedliche Daten zu denselben Produkten beinhalten können. Kurzum: Mit Datensilos herrscht Datensalat – und der schmeckt ganz und gar nicht.

Sind die Produktdaten einmal im System angelegt, können sie dort fortlaufend aktualisiert, ausgeleitet und weiterverwendet werden. Alle Abteilungen greifen also auf denselben Datenpool zu – und können sich so auf eine einheitliche Datenbasis verlassen. Produkthersteller können ihre frisch erzeugten Produktdaten zu neuen Produkten direkt im eigenen Hersteller-PIM anlegen. Zum Beispiel nutzen Vertrieb und Marketing die PIM-Produktdaten für die Erstellung von ansprechenden Produktbeschreibungen und Werbekampagnen. Großhändler wiederum beziehen externe Produktdaten von diesen Herstellern – und können sie entsprechend in ihr Händler-PIM importieren. Voraussetzung dafür ist aber ein aktives Datenmanagement: Alle Daten müssen auch immer aktuell gehalten werden sowie vollständig und aussagekräftig sein.

 

Wie kommen fremde Produktdaten passend in mein ATAMYA-System?

Die entscheidende Frage lautet also: Wie kommen verschiedene externe Produktdaten immer optimiert und passend in mein ATAMYA-System? Hierzu verwenden Unternehmen häufig eine wortwörtlich „vermittelnde Softwarelösung“ – eben eine sogenannte „Middleware“.

Spezialisierte Lieferantenmanagement-Softwarelösungen wie etwa ein Lieferantenportal (englisch auch „Supplier-Portal“ genannt) sorgen dafür, dass der Händler als Datenempfänger klar vorgeben kann, in welcher Form er überhaupt Produktdatenlieferungen akzeptiert. Jeder Datenlieferant kann seine Produktdaten dann an die geforderten Datenstrukturen (etwa gemäß der Felder im ATAMYA-System) anpassen. Das geschieht häufig mithilfe eines Datenmappings der Quelldatenfelder auf die Zielformatstrukturen des Datenempfängers.

Großhändler haben in solchen Data-Onboarding Softwarelösungen oft auch die Möglichkeit festzulegen, ob ein Lieferant sich in der Software selbst verwalten darf, ob er als Händler im Namen der Lieferanten agiert – oder ob eine hybride Rollenverteilung gewünscht ist.

Bevor die Lieferantendaten also über eine Schnittstellen-Anbindung in das ATAMYA-System importiert werden können, stehen Nutzern solcher Middleware-Tools verschiedene Datenmanagement-Prozesse zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

  • die Anbindung an eigene Systeme über Schnittstellen (etwa an das Hersteller-PIM, ERP, MDM, DAM, bzw. der Zugriff auf einzelne Dateien),
  • die Datenkonsolidierung aus diesen Quellen zu einem zusammenhängenden Datensatz,
  • die Datentransformation bzw. Anpassung der Quelldaten an die Zielstrukturen des ATAMYA-Systems und
  • die finale Datenvalidierung der Daten (Entsprechen die Lieferantendaten den strukturellen Vorgaben, oder muss noch etwas angepasst werden?)

Auch eine im PIM gepflegte Produktdaten-Klassifikation (eine individuelle Hausklassifikation oder Klassifikationsstandards wie etwa ETIM oder ECLASS) kann so generiert und automatisiert mit ausgeleitet werden.

 

Was sind typische Data-Onboarding Herausforderungen für Unternehmen?

Der Funktionsumfang solcher Data-Onboarding-Softwarelösungen ist dabei nicht nur praktisch, sondern schlicht notwendig, um eine optimale Produktdatenqualität im PIM-System zu gewährleisten. Wer regelmäßig mit (fremden) Produktdaten arbeitet, kennt vermutlich typische Hindernisse: Excel-Dateien mit frei benannten Spalten treffen auf unvollständige Pflichtfelder, Formatabweichungen oder Medienlinks, die ins Leere führen. Manchmal werden Daten auch nicht häufig genug aktualisiert – oder eine Aktualisierung wird nicht zeitnah an die Datenempfänger weitergeleitet.

Diese Praxisbeispiele zeigen: Neben klaren Regelungen fehlt es Unternehmen häufig schlichtweg an technischen Voraussetzungen für ein reibungsloses Produktdatenmanagement. Besonders bei vielen Produktdaten sind Schnittstellen-Anbindungen (etwa über eine REST-API) an Middleware-Lösungen, fremde und eigene Systeme deshalb unerlässlich.

Bei vielen Data-Onboarding-Workflows zeigt sich außerdem oft, dass es auch an der klaren Definition der Anforderungen mangelt. PIM-Nutzern bzw. Datenempfängern helfen dabei Leitfragen wie:

  • Wie möchte ich den gesamten Data-Onboarding-Prozess gestalten? (Sollen sich Lieferanten in der Data-Onboarding-Middleware eigenständig verwalten können?)
  • Was sind die Strukturen in meinem PIM-System? Habe ich meinen Datenlieferanten diese Anforderungen auch klar kommuniziert?
  • Welche Datenfelder müssen – oder können – meine Datenlieferanten füllen? Welche sind optional?

Die Praxiserfahrung zeigt, dass Datenmanagement-Prozesse vor allem dann funktionieren, wenn sie sowohl technisch durchdacht sind als auch klar vermittelt werden.

 

Data-Onboarding-Automation: Auch eine Frage der Kommunikation

Sind die Strukturen einmal definiert, ist der Grundstein für einen automatisierten Data-Onboarding-Prozess gelegt. Eine Automatisierung von Datenimporten beugt manuellen Fehlern vor, spart Zeit – und ist vor allem bei vielen Produktdaten häufig alternativlos.

Ein automatisierter Data-Onboarding-Prozess lebt aber nicht nur von der richtigen Middleware, sondern auch von einer klaren Kommunikation. Nur, wenn beide Seiten – also der Datenlieferant und der Datenempfänger – wissen, worauf es bei der Datenlieferung, der Datentransformation und der Datenausleitung ankommt, lassen sich potenzielle Probleme bereits im Vorfeld vermeiden.

Ein effizienter Data-Onboarding-Workflow beginnt zum Beispiel bei der Benennung von eindeutigen Ansprechpartnern, die den Prozess fachlich durchführen und begleiten. Der eigentliche Prozess basiert seinerseits auf der Etablierung von Nutzerrollen und Rechtevergaben, der Anbindung von Datenquellen (etwa PIM, ERP oder einzelnen Dateien), der Anbindung an das ATAMYA-PIM als Zielort, die Anlage von Datenmapping-Strukturen sowie von individualisierbaren oder standardisierten Datenprüfungen.

Die tägliche Erfahrung aus vielen Data-Onboarding-Projekten zeigt: Ja, der initiale Aufwand zur Aufsetzung dieses Workflows ist einmal erforderlich. Doch er zahlt sich schnell aus – durch bessere Datenqualität, weniger Rückfragen und eine schnellere Time-to-Market. Und langfristig auch durch mehr Sichtbarkeit und bessere Verkaufszahlen dank überzeugender Produktdaten.

 

Top 5 Learnings zu einem erfolgreichen Data-Onboarding

Dieser Beitrag zeigt: Ein professionelles Data-Onboarding ist kein Hexenwerk – sondern das Ergebnis eines gut abgestimmten Zusammenspiels aus Technologie, Prozessen und Menschen. Heruntergebrochen haben sich unter anderem diese fünf Punkte in der Praxis bewährt:

  1. Ein gemeinsames Verständnis für Datenqualität – denn ohne saubere, vollständige und einheitliche Produktdaten funktioniert kein Data-Onboarding-Prozess effizient.
  2. Klare Rollen, Erwartungen und Zuständigkeiten: Lieferanten müssen wissen, was erwartet wird, in welchem Format, mit welchen Anforderungen.
  3. Eine technische Unterstützung durch validierende Middleware-Lösungen, um Daten automatisiert zu prüfen, anzupassen und strukturiert weiterzuleiten.
  4. Eine offene und kontinuierliche Kommunikation: Data-Onboarding ist kein Einmalprozess, sondern lebt vom aktiven Austausch zwischen allen Beteiligten.
  5. Eine nahtlose Integration ins PIM-System z. B. über ein Supplier-Portal, das alle Schritte bis zur strukturierten Übergabe ins ATAMYA-PIM-System bündelt.

Im Zusammenspiel all dieser Facetten zeigt sich das Data-Onboarding auch als das, was es wirklich ist: Ein grundlegender Baustein für den wirtschaftlichen Erfolg im heutigen eBusiness.

Autor:
Kevin Mattig
Sales und Business Development bei nexoma

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Fehlerfreie Produktdaten sind kein Zufall

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Das Multi-Domain-Datenmodell als Gamechanger

In einer Welt, in der aktuelle, vollständige und konsistente Produktinformationen über Erfolg oder Misserfolg entscheiden, um Kunden und Kundinnen zu überzeugen und im Wettbewerb zu bestehen, spielt ein Product-Information-Management (PIM)-System die Hauptrolle: Es zentralisiert und strukturiert Produktdaten, um sie gezielt in verschiedenen Kanälen auszuspielen. Doch nicht jedes PIM-System bringt die gleiche Leistung – insbesondere, wenn es um die Strukturierung der Daten geht. Ein Gamechanger in der Welt der Produktdaten ist das sogenannte Multi-Domain-Datenmodell. Doch was genau bedeutet das und wie unterscheidet es sich von herkömmlichen, statischen Datenmodellen?

 

Warum statische Datenmodelle an ihre Grenzen stoßen

Einfache, statische Datenmodelle waren in der Vergangenheit in vielen Unternehmen der Standard in den PIM-Systemen. Sie basieren oft auf fest definierten Attributen, wie zum Beispiel Produktname, Beschreibung, Preis oder Größe. Dieses meist eindimensionale Konzept ist auf ein bestimmtes Datenset zugeschnitten. Das bedeutet, dass jedes Produkt die gleichen Attribute hat und diese fest vorgegeben sind.

Das funktioniert reibungslos, solange die Produktdaten überschaubar und die Anforderungen an die Datenstruktur gering sind. Dort, wo die einfachen Produktinformationen vorherrschen, kann ein solches Modell ausreichen. Doch sobald Produkte komplexer werden, unterschiedliche Kategorien und Anwendungsfälle bedienen sollen, stoßen statische Modelle schnell an ihre Grenzen. Die Anforderungen an Flexibilität und Anpassbarkeit steigen – und hier kommt das Multi-Domain-Datenmodell ins Spiel.

 

Was bietet ein Multi-Domain-Datenmodell?

Ein Multi-Domain-Datenmodell ist ein dynamischer Ansatz, der sich an unterschiedliche Datenbereiche und Anforderungen anpassen lässt. Statt sich auf eine einzige, starre Struktur zu beschränken, erlaubt es eine flexible Organisation der Produktinformationen über verschiedene „Domänen“ hinweg.

Eine Domäne im Multi-Domain-Modell könnte zum Beispiel auf spezifische Produktattribute wie technische Spezifikationen fokussiert sein, während andere Informationen zur Kundenbewertung oder Lieferkette abdeckt. Jede Domäne kann separat organisiert und bei Bedarf angepasst werden. So können Unternehmen verschiedene Arten von Informationen nebeneinander verwalten und sie je nach Zielgruppe oder Kanal gezielt einsetzen. Ein Multi-Domain-Datenmodell ermöglicht also die parallele Verwaltung unterschiedlicher Datenwelten unter einem Dach.

 

Multi-Domain-Datenmodell vs. statisches Modell

Das Multi-Domain-Datenmodell setzt neue Maßstäbe in der Produktdatenverwaltung und bietet im Vergleich zu statischen Modellen klare Vorteile:

  • Flexibilität und Skalierbarkeit: Das Multi-Domain-Modell passt sich an Veränderungen und wachsende Anforderungen flexibel an. Neue Produktattribute oder Datenbereiche lassen sich schnell integrieren, ohne das gesamte System umzustrukturieren.
  • Optimierte Personalisierung: Verschiedene Zielgruppen – zum Beispiel Endkunden, B2B-Kunden oder technische Berater – benötigen unterschiedliche Informationen. Mit dem Multi-Domain-Modell lassen sich zielgruppenspezifische Datenmodelle erstellen und bereitstellen.
  • Effizientere Datenverwaltung: Da Informationen in thematisch getrennten Domänen organisiert sind, ist es einfacher, Daten gezielt zu aktualisieren oder anzureichern. Marketingteams können gezielt auf spezifische Domänen zugreifen, ohne von irrelevanten Informationen abgelenkt zu werden. Das spart Zeit und steigert die Produktivität.
  • Verbesserte Konsistenz und Datenqualität: Durch die klare Gliederung sinkt das Risiko von doppelten oder widersprüchlichen Informationen. Informationen sind besser strukturiert und konsistenter.
  • Mehr Übersicht und Kontrolle: Teams können für jede Domäne gezielte Verantwortlichkeiten und Workflows festlegen, da das Modell in die verschiedenen Domänen trennt. Dies führt zu besserer Kontrolle über die Daten und zu effizienteren Arbeitsprozessen.

 

Das Multi-Domain-Datenmodell als Schlüssel für die Zukunft der Produktdaten­verwaltung

Das Multi-Domain-Datenmodell bringt enorme Vorteile fürs Marketing, das auf aktuelle und genaue Produktinformationen angewiesen ist. Es erlaubt, Produktdaten gezielt zu strukturieren, gezielter für unterschiedliche Kanäle und Zielgruppen aufzubereiten und damit letztlich den Kundenerfolg zu steigern. Während statische Modelle schnell an ihre Grenzen stoßen, wenn es um Flexibilität und Datenvielfalt geht, bietet das Multi-Domain-Modell eine dynamische und zukunftsorientierte Lösung für die moderne Produktdatenverwaltung.

Unternehmen, die auf ein Multi-Domain-Datenmodell für PIM-Systeme setzen, können den gestiegenen Anforderungen an Produktdaten gerecht werden und schnell auf Veränderungen reagieren. Es macht Produktinformationen nicht nur vollständig und konsistent, sondern vor allem eins: flexibel.

Autor:
Marko Stuka
Senior Sales Manager
ATAMYA

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Was ist die neue Produktsicherheits­verordnung?

Am 13. Dezember 2024 tritt die neue EU-Verordnung 2023/988 zur allgemeinen Produktsicherheit (General Product Safety Regulation-GPSR) in Kraft und ersetzt damit die Richtline 2001/95/EG. Die neue Verordnung stellt höhere Anforderungen an die Hersteller und den Handel. Dazu gehören unter anderem eine strengere Informationspflicht für Produkte und eine umfassende Risikobewertung als Vorgabe für Hersteller.¹

 

Wen betrifft die neue Produktsicherheits­verordnung?

Herstellung, Handel und Import
Die allgemeine Verordnung über Produktsicherheit (GPSR) betrifft Handel, Herstellung und Import und führt besonders im Onlinehandel durch neue Informationspflichten zu weitreichenden Veränderungen.

Consumerprodukte
Die GPSR gilt für Produkte, die für den Endverbraucher bestimmt sind. Waren, die nicht für den Verbraucher konzipiert sind und voraussichtlich auch nicht von Verbrauchern verwendet werden, fallen nicht darunter.

B2B und B2C
Die GPSR unterscheidet nicht zwischen B2B- und B2C-Geschäften und ist in beiden Bereichen relevant. Produkte wie beispielsweise Werbematerialien, die im B2B-Bereich angeboten werden, und letztlich auch von Verbrauchern erworben werden können, fallen ebenfalls unter die Verordnung.

 

Für welche Produkte gilt die GPSR nicht?

Von der Verordnung ausgeschlossen sind:

  • Arzneimittel für Mensch und Tier,
  • Lebensmittel und Futter,
  • lebende Pflanzen und Tiere,
  • tierische Neben- und Folgeprodukte
  • Pflanzenschutzmittel,
  • Transportmittel,
  • Luftfahrzeuge und
  • Antiquitäten.

Produkte, die bereits vor dem Stichtag auf dem EU-Markt angeboten wurden, sind ebenfalls ausgeschlossen. Demnach dürfen aktuell angebotene Produkte auch weiterhin verkauft werden, ohne Berücksichtigung der Informationspflichten aus der neuen Verordnung. Diese Produkte fallen allerdings weiterhin unter das noch geltende Produktsicherheitsgesetz und müssen entsprechend diese Anforderungen auch weiterhin erfüllen.

Unter die neue Verordnung fallen somit neue Produkte, die ab dem 13. Dezember 2024 in den Vertrieb gebracht werden und somit die GPSR-Anforderungen erfüllen müssen.

 

Neue Informationspflichten unter dem GPSR

Die neuen Vorschriften des Produktsicherheitsgesetzes (GPSR) zielen darauf ab, die Sicherheit für Verbraucher zu erhöhen und sicherzustellen, dass alle relevanten Informationen leicht zugänglich sind. Um den erhöhten Sicherheits- und Transparenzanforderungen für Verbraucher gerecht zu werden, sind Anbieter verpflichtet, folgende Informationen klar und verständlich bereitzustellen:

1. Herstellerangaben

Hersteller müssen Namen, den eingetragenen Handelsnamen oder die Marke angeben. Zudem sind die Postanschrift und die elektronische Adresse (zum Beispiel E-Mail-Adresse oder Link zu einem Kontaktformular) erforderlich. Für Unternehmen ohne Sitz in der EU ist es darüber hinaus notwendig, den Namen, die Adresse sowie die elektronische Kontaktmöglichkeit der verantwortlichen Person in der EU anzugeben.

2. Warnhinweise und Sicherheitsinformationen

Warnhinweise und sicherheitsrelevante Informationen müssen in verständlicher Sprache gemäß der Verordnung und den relevanten EU-Vorgaben bereitstehen. Diese Hinweise sollten entweder direkt auf dem Produkt, auf der Verpackung oder in Begleitunterlagen zu finden sein.

3. Produktidentifikatoren und Abbildungspflicht

Für die Produktidentifikation müssen Angaben bereitgestellt werden, die eine eindeutige Identifizierung des Produkts ermöglichen, sowie eine Abbildung des Produktes, die ein zentrales Element der neuen Regelungen ist.

In den meisten Fällen kann ein Produktfoto diese Anforderung erfüllen. Sollte die Erstellung von Fotos einen unverhältnismäßigen Aufwand darstellen, ist es auch ausreichend, eine Illustration oder ein Piktogramm zu verwenden, das eine eindeutige Identifizierung des Produkts gewährleistet.

  • Dabei kann es sich zum Beispiel um individualisierbare Produkte handeln, die nur auf Kundenwunsch erstellt werden. Oder Print-on-Demand-Angebote, bei denen Kunden frei über Design und Farbe wählen können.
  • Ebenso kann die Ausnahme für Restposten oder Konvoluten gelten, deren genaue Zusammensetzung häufig unklar oder der Überraschungseffekt Teil des Verkaufskonzeptes ist.

 

Pflichtinformationen im Online-Shop

Die Informationen über Hersteller, Importeure sowie Warn- und Sicherheitshinweise müssen deutlich und gut sichtbar im Angebotsbereich platziert werden. Eine bloße Verlinkung reicht nicht aus. Die Produkte müssen eindeutig identifizierbar sein, was durch eine Produktabbildung, die Art des Produkts und sonstige Identifikatoren gewährleistet wird. Die Informationen sollten leicht auffindbar sein und sich zum Beispiel von Fließtexten abheben. Einfache Hinweise im Impressum oder auf FAQ-Seiten sind nicht ausreichend. Eine spezielle, gut sichtbare Registerkarte im Online-Angebot stellt zum Beispiel eine sinnvolle Möglichkeit dar, diese Informationen zu präsentieren.

 

PIM-Systeme als Unterstützung bei der GPSR-Umsetzung

PIM (Product Information Management) ist eine Software für das Zentralisieren, Pflegen und Verwalten von Produktinformationen.

Mit dessen Hilfe können Sie Herstellerinformationen und bei Importware auch die Daten für den in der EU verantwortlichen Kontakt an einer Stelle pflegen und dann auf alle von diesem Hersteller angebotenen Produkte verweisen. Warn- und Sicherheitshinweise können zum Beispiel direkt für Produktgruppen oder an Produkten als Merkmale hinterlegt werden, je nachdem wie allgemein oder spezifisch diese ausgegeben werden müssen. Auch Produktidentifikatoren und -abbildungen lassen sich in einem PIM problemlos an dem jeweiligen Produkt pflegen, ob GTIN, Produkttyp, -bild oder -illustration.

All diese im PIM gepflegten Informationen können Sie dann je nach Bedarf und Anforderungen in die verschiedenen Kanäle ausspielen: Auf Produktetiketten, in Produktbeilagen oder als Information im Online-Shop. Damit vereinfacht Ihnen ein PIM die Umsetzung dieser rechtlichen Anforderungen, indem Sie die Informationen nur an zentralen Stellen Ihres PIM-Systems hinterlegen müssen, um sie anschließend an alle relevanten Stellen auszuspielen.

 

¹Hinweis: Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zum neuen Produktsicherheitsgesetz und beschreibt die mögliche Umsetzung der Informationspflichten mithilfe eines PIM-Systems. Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Rechtssicherheit. Er ersetzt auch keine individuelle rechtliche Beratung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Fachanwalt oder eine Fachanwältin. Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie unter anderem in den Beiträgen der IHK Regensburg und von Trusted Shops.

Autor:
Sebastian Faber
Senior Digital Performance & Marketing Operations Manager
ATAMYA

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Unser Expertenteam freut sich auf Ihre Anfragen und erläutert Ihnen gerne, wie Sie mit der ATAMYA Product Cloud Ihre Produktinformation verwalten, damit all Ihre Informationen dort zu finden sind, wo sie gebraucht werden, wie zum Beispiel die neuen Pflichtinformationen des GPSR.

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Warum ist Varianten­management wichtig?

Die steigende Vielfalt an Produktvarianten stellt Unternehmen vor eine doppelte Herausforderung. Einerseits können Unternehmen Kundenwünsche mithilfe von kundenindividuellen Produkten erfüllen, andererseits bringt die daraus resultierende Variantenvielfalt Schwierigkeiten für die Produktion mit sich.

Eine wachsende Variantenvielfalt ist zunehmend ein Wettbewerbsvorteil, da sie den Kundenansprüchen nach individualisierten Produkten gerecht wird. Allerdings erhöht sie gleichzeitig Komplexität und Kosten bei der Entwicklung und Herstellung. Eine Einzelfertigung aufgrund geringer Losgrößen erlaubt keine Kostensenkung durch Skaleneffekte.

Methodische und informationstechnische Lösungen helfen dabei, das Zusammenspiel von Produktdifferenzierung, Wirtschaftlichkeit und betrieblicher Komplexität zu meistern.

 

Was ist Variantenmanagement?

Um zu definieren, was Variantenmanagement bedeutet, ist zunächst zu klären, was Varianten eigentlich sind.

Varianten (im Sinne von Produktvarianten) sind Artikel, die sich von ihrem Produkt nur in definierten Eigenschaften unterscheiden. Hier folgt ein Beispiel, um dieses zu verdeutlichen:

  • Das Produkt ist ein T-Shirt, das es in vier Farben und je drei verschiedenen Größen gibt.
  • Die Produktvarianten sind dann jeweils die einzelnen Ausprägungen, wie ein blaues T-Shirt in Größe M. Insgesamt hat das Produkt zwölf verschiedene Varianten.

Beim Variantenmanagement geht es nun um die effiziente Auswahl, die Anlage, die Pflege und das Handling von Varianten im Bereich der Produktion, des Marketings und des Vertriebs.

 

Wie funktioniert Variantenmanagement?

Für effektives Variantenmanagement stellt sich zunächst die Frage, welche Produkte brauchen überhaupt Varianten? Das liegt zum einen an der Nachfrage der Kundschaft und zum anderen an der Umsetzung; lohnt es sich zum Beispiel wirtschaftlich auch individuelle Kundenwünsche zu erfüllen? Sind diese Fragen geklärt, kann mit der Umsetzung begonnen und Prozesse fürs Variantenmanagement implementiert werden.

Für ein effizientes Management der Produktvarianten ist dann entscheidend, wie komplex die Produkte sind, die verwaltet werden sollen. Hierfür lassen sich Varianten in drei verschiedene Gruppen einteilen:

Erste Gruppe (Beispiel der T-Shirts): Es gibt wenige Varianten zu einem Produkt und sie werden in Abhängigkeit von wenigen Eigenschaften ohne komplexes Regelwerk gebildet. Das Regelwerk im Beispiel des T-Shirts besagt, dass jede der drei Größen mit jeder der vier Farben kombinierbar ist.

Variantenpflege: Die Varianten können einfach in einem PIM-System angelegt und gepflegt werden, da hier ihre Anzahl überschaubar ist. Da ein einfaches Regelwerk existiert, das die Anzahl der Varianten bestimmt, wäre es komfortabel, wenn auch nur das Regelwerk im jeweiligen System gepflegt werden muss und nicht jede Variante einzeln.

Zweite Gruppe: Es gibt zwar wenige Eigenschaften, die die Varianten bilden, aber eine sehr große Anzahl von Werten und somit sehr viele Varianten unter einem Produkt (ca. > 100). Ein Beispiel hierfür sind kundenindividuelle Produkte wie Bretter in einem Baumarkt, die kundenindividuell zurechtgeschnitten werden in der Länge und Breite. Lassen sich Eichenholzbretter zwischen fünf Metern und einem Meter je Zentimeter in der Länge zurechtschneiden, wären es 401 Ausprägungen. Gäbe es dann in der Breite zwischen einem und zwei Metern in Zehn-Zentimeter-Schritten auch noch die Möglichkeit des Zurechtschneidens, wären es insgesamt 4.411 verschiedene Produktvarianten.

Variantenpflege: In diesem Fall existieren sehr viele Varianten. Es ist hier anzustreben, dass diese in keinem System angelegt werden, sondern nur das einfache Regelwerk abgelegt wird. Dieses kann z. B. zu einem Webshop weitergegeben werden. Der Kunde oder die Kundin wählt dann im Shop die vorher definierten Eigenschaften aus und erhält die Variante. Das System bildet dynamisch einen Artikel mit Artikelnummer und leitet den Kauf an das Warenwirtschaftssystem weiter. Hierbei könnten fortlaufende Artikelnummern vergeben werden.

Dritte Gruppe: Es gibt Varianten zu einem Produkt, aber diese werden über ein komplexes Regelwerk gebildet, das heißt im Unterschied zur ersten Gruppe ist nicht jede Permutation (Kombination aller Ausprägungen) der Daten für die Variantenbildung zulässig. Beispiel: Eine blaue Hose gibt es nicht in Größe L, eine rote Hose nicht in Größe S oder M usw. Diese Regelwerke können teilweise sehr komplex werden zum Beispiel in der Automobilindustrie. Hier entstehen oft sehr viele Produktvarianten.

 

Variantenpflege: Die Erzeugung von Varianten der dritten Gruppe erfolgt am effizientesten durch spezielle Produktkonfiguratoren, die Eigenentwicklungen oder auch Standardsysteme sein können. In diesen Systemen wird das komplexe Regelwerk definiert. Das ist aufwendig und erfordert sehr gute Produktkenntnisse. Oft gibt es auch schon eine grafische oder sogar 3D-Unterstützung in solchen Systemen. Bei der Endanwendung (durch Kunde/Kundin oder Verkaufsmitarbeitende) wird hiermit eine Variante konfiguriert. Oft wird auch in diesem System dann eine Artikelnummer für diese Konfiguration vergeben und später im ERP-System angelegt.

 

Wie kann ein PIM-System beim effizienten Variantenmanagement unterstützen?

Neben der effizienten und komfortablen Produkt- und Artikeldatenpflege kann ein PIM-System dabei helfen, dass bei der Variantenpflege der ersten und zweiten Gruppe nicht zu viel Aufwand beim Management der Daten entsteht. In beiden Fällen ist es meistens sinnvoll, nicht jede Ausprägung zu pflegen, sondern wie oben schon erwähnt, nur das Regelwerk. Benötigt nun ein über eine Schnittstelle angeschlossenes Fremdsystem wie zum Beispiel ein Shop-System oder ERP-System die einzelnen Varianten (erste Gruppe), so können diese in der Schnittstelle erzeugt und weitergegeben werden. Dabei sollte die Bildung einer geeigneten, eindeutigen Artikelnummer berücksichtigt werden. Die Auswahlfelder, die insgesamt beim Artikel zur Variantenbildung benötigt werden, sollten fest definiert sein.

Beispiel Regelwerkpflege erste Gruppe: Am Produkt werden über Auswahlfelder die möglichen Farben und möglichen Größen gepflegt.

Bei Varianten der dritten Gruppe können zumindest die textuellen Produktdaten und Bilder vom PIM an den Konfigurator über eine Schnittstelle weitergegeben werden.

Autor:
Matthias Gärtner
Projektmanager
ATAMYA

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Sie freuen sich über Unterstützung bei Ihrem Variantenmanagement und sind auf der Suche nach einer geeigneten Software für Ihr Unternehmen? Dann nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf und unsere Fachleute zeigen Ihnen, wie Sie mithilfe eines PIM-Systems Ihre Variantenvielfalt erfolgreich verwalten.

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Herausforderungen und Schlüsselfaktoren der Data Governance

Das Thema Data Governance mag auf den ersten Eindruck komplex sein. In zwei Blogartikeln bringen wir Licht ins Dunkel. Im ersten Artikel beleuchten wir essenzielle Aspekte, Herausforderungen, das Monitoring und Messungen sowie Vorschriften und Datenschutz-Themen mit Blick auf Data Governance. Im zweiten Artikel: „Data Governance im E-Commerce: Warum PIM der Schlüssel zu besseren Entscheidungen ist“, erfahren Sie, wie ein PIM Ihnen bei der Umsetzung einer effektiven Data Governance helfen kann.

 

Essenzielle Aspekte der Data Governance

Data Governance umfasst die Verwaltung, Kontrolle und Sicherheit von datenbezogenen Aktivitäten und Prozessen innerhalb einer Organisation. Dazu gehören unter anderem

  • die Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten,
  • die Festlegung von Richtlinien und Standards sowie
  • die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und Datenschutzvorschriften.

Eine solide Data Governance unterstützt Unternehmen dabei, ihre Datenstrategie erfolgreich umzusetzen, die Datenintegrität und -qualität sicherzustellen und datengetriebene Entscheidungen zu treffen. Zentrale Aspekte der Data Governance sind: Datendefinitionen, Datenstandards, Stammdatenmanagement, Geschäftsbereiche und Dateneigentümer.

Herausforderungen der Data Governance

In der heutigen Unternehmenslandschaft muss das Management mit großen Mengen an Daten umgehen und dabei sowohl die Datenqualität sicherstellen als auch Compliance-Anforderungen erfüllen. Zusätzlich gilt es, wertvolle Insights zu gewinnen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zu den Herausforderungen der Data Governance zählen:

  • Effiziente Verwaltung und Kontrolle riesiger Datenmengen: Mit dem exponentiellen Wachstum der Datenmengen müssen Unternehmen effiziente Methoden zur Speicherung, Verarbeitung und Analyse dieser Daten entwickeln. Dazu gehören skalierbare Datenbanken, leistungsstarke Analysetools und die Fähigkeit, große Datenmengen schnell und effizient zu verarbeiten.
  • Wahrung der Datenintegrität und -qualität: Die Datenqualität ist entscheidend für genaue Analysen und Entscheidungsfindungen. Unternehmen müssen robuste Prozesse implementieren, um die Genauigkeit, Vollständigkeit und Konsistenz der Daten zu gewährleisten. Dazu gehören die Datenbereinigung, Duplikatbeseitigung und fortlaufende Datenüberprüfung.
  • Einhaltung der Datenschutz- und Compliance-Anforderungen: Die Einhaltung von Datenschutzgesetzen wie der DSGVO in Europa ist eine große Herausforderung. Organisationen müssen sicherstellen, dass ihre Datenverarbeitungspraktiken den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, und dies oft in einem sich schnell ändernden regulatorischen Umfeld.
  • Gewinnung von wertvollen Erkenntnissen und Geschäftsanalysen: Die Umwandlung von Daten in nützliche Einblicke erfordert fortschrittliche Analysetechniken und -tools. Business Intelligence (BI) und Machine Learning (ML) sind Schlüsseltechnologien, die es Unternehmen ermöglichen, Muster und Trends in ihren Daten zu erkennen und fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen.
  • Integration und Interoperabilität von Datenverwaltungssystemen und Geschäftseinheiten: Oft arbeiten verschiedene Geschäftseinheiten mit unterschiedlichen Systemen und Datenformaten. Die Herausforderung besteht darin, eine reibungslose Integration und Interoperabilität dieser Systeme zu erreichen, um einen nahtlosen Datenfluss und eine einheitliche Sicht auf die Unternehmensdaten sicherzustellen.

 

Monitoring und Messung der Data-Governance-Initiativen

Um den Erfolg Ihrer Data-Governance-Initiativen sicherzustellen, sind das Monitoring und die Messung unerlässlich. In diesem Abschnitt erfahren Sie, wie Sie die Leistung Ihrer Data Governance überwachen und welche Metriken, Indikatoren sowie kontinuierlichen Verbesserungsmethoden dabei angewendet werden können.

Schlüsselmetriken und -indikatoren

Die Leistung von Data-Governance-Initiativen kann durch verschiedene Metriken und Indikatoren gemessen werden. Es ist wichtig diejenigen auszuwählen, die am besten den Zielen Ihres Unternehmens und den Anforderungen des beteiligten Managements entsprechen. Zu den wesentlichen Metriken zählen:

  • Datengenauigkeit: Misst die Richtigkeit der in Ihrem Unternehmen gespeicherten Daten.
  • Datenintegrität: Überprüft die Vollständigkeit und Konsistenz Ihrer Daten im Zeitverlauf.
  • Datenmanagement: Bewertet die Qualität der festgelegten Governance-Richtlinien und der Prozesse zur Kontrolle und Umsetzung dieser Richtlinien.

Ein nützliches Tool zur Unterstützung von Metriken und Indikatoren ist zum Beispiel Collibra, eine Softwareplattform, die speziell für Daten-Governance entwickelt wurde und dabei hilft, Datenprozesse und -richtlinien effizient zu verwalten.

Kontinuierliche Verbesserung

Das Prinzip der kontinuierlichen Verbesserung ist in der Data Governance entscheidend, um sich ständig an neue Herausforderungen anzupassen und die Qualität Ihrer Daten kontinuierlich zu erhöhen. Einige Maßnahmen, die zu einer kontinuierlichen Verbesserung beitragen, sind:

  • Regelmäßige Überprüfung der Datengenauigkeit und Datenintegrität.
  • Anpassung der Richtlinien und Prozesse bei Bedarf, um auf Veränderungen im Unternehmen oder externen Anforderungen zu reagieren.
  • Einbindung der relevanten Stakeholder, um Feedback und neue Anforderungen in die Governance-Initiativen einfließen zu lassen.

Fallstricke und wie man sie vermeidet

In der Data Governance gibt es verschiedene Fallstricke, die es zu vermeiden gilt, um die Leistung Ihrer Initiativen nicht zu beeinträchtigen. Hier einige Beispiele:

  • Mangelnde Kommunikation und Koordination zwischen den verschiedenen Abteilungen und Stakeholdern: Um dies zu vermeiden, ist es wichtig, klar definierte Rollen und Verantwortlichkeiten sowie einen effektiven Kommunikationsplan zu entwickeln.
  • Unzureichende Ressourcen für das Datenmanagement: Stellen Sie sicher, dass sowohl technische als auch personelle Ressourcen vorhanden sind, um alle Aspekte der Data Governance erfolgreich umsetzen zu können.
  • Inkonsistente Umsetzung von Richtlinien: Um dies zu verhindern, ist es entscheidend, die Governance-Richtlinien klar und verständlich zu formulieren sowie dafür zu sorgen, dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen die Regeln kennen und befolgen.

Indem Sie potenzielle Fallstricke identifizieren und vermeiden, sorgen Sie für eine effektive Umsetzung Ihrer Data-Governance-Initiativen und stellen sicher, dass Sie das volle Potenzial Ihrer Daten in Ihrem Unternehmen ausschöpfen.

 

Compliance, Datenschutz und Data Governance

Die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und Datenschutzanforderungen beeinflusst maßgeblich die Data-Governance-Strategie eines Unternehmens. Lassen Sie uns die Rolle von Datenschutzbeauftragten sowie die geltenden Bestimmungen und Vorschriften konkret beleuchten.

Einbindung von Datenschutzbeauftragten

Ein wesentlicher Aspekt bei der Umsetzung von Data Governance ist die Einbindung von Datenschutzbeauftragten. Diese Fachleute sind verantwortlich für die Einhaltung der datenbezogenen Richtlinien und Vorgaben in der Organisation. Sie stellen sicher, dass die Datenverwaltung, Stammdatenmanagement und Datenstandards konform sind mit datenschutzrechtlichen Anforderungen und internen datenspezifischen Guidelines.

Die Rolle der Datenschutzbeauftragten beinhaltet unter anderem:

  • Überwachung der Datenverwaltung und Datenmanagement-Prozesse
  • Entwicklung und Implementierung von Datenschutzrichtlinien und -prozessen
  • Beratung und Betreuung der Geschäftseinheiten bei datenbezogenen Angelegenheiten
  • Überprüfung von Zugriffsrechten und Kontrollen für die Datenbestände
  • Unterstützung beim Schaffen von Interoperabilität zwischen den verschiedenen Datensilos

 

Bestimmungen und Vorschriften

Die datengetriebene Wirtschaft stellt Unternehmen vor vielfältige Herausforderungen im Bereich Compliance. Deshalb sollten Datenmanagement und Governance an die geltenden nationalen und internationalen Bestimmungen und Vorschriften angepasst sein.

Wirksam implementierte Data Governance berücksichtigt verschiedene Aspekte:

  • Bereichsübergreifende Verantwortlichkeiten sowie klar definierte Rollen und Verantwortung bei der Datennutzung und -verwaltung
  • Einhaltung interner und externer Richtlinien zur Datenspeicherung, Verarbeitung oder Weitergabe
  • Umsetzung von Richtlinien, die einen kontinuierlichen Schutz personenbezogener Daten gewährleisten

Eine effektive Einbindung von Datenschutzbeauftragten in die Data Governance, kombiniert mit der Umsetzung gesetzlicher Bestimmungen und Vorschriften, führt zu einer stärkeren Compliance und zu besseren geschäftlichen Entscheidungen. Das liegt daran, dass die Datenbestände genauer, verfügbarer, konsistenter und sicherer sind. Es versetzt Unternehmen in die Lage, datengetriebene Entscheidungen zu treffen und Risiken effektiv zu minimieren.

 

FAQ zum Thema Data Governance

Häufig gestellte Fragen und die dazugehörigen Antworten sind nachfolgend aufgelistet.

Warum braucht man Data Governance?

Eine Data Governance ist unerlässlich, um Datenqualität, Datensicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu gewährleisten. Sie ermöglicht Unternehmen, effektive Entscheidungsprozesse zu gestalten und ihren wertvollen Datenbestand zu schützen. Umsetzbare Tipps sind die Implementierung von Richtlinien, Rollenverteilung und regelmäßige Kontrollen.

Was macht ein:e Data-Governance-Manager:in?

Ein:e Data-Governance-Manager:in entwickelt und implementiert Strategien, um Datenqualität, -zugriff und -schutz für Unternehmen sicherzustellen. Er/sie koordiniert Teams für Datenrichtlinien, gewährleistet Compliance und kontrolliert Datenschutzmaßnahmen. Seine/ihre Arbeit optimiert die datenbasierte Entscheidungsfindung und senkt Risiken.

Was ist ein Data-Governance-Framework?

Ein Data-Governance-Framework ist ein System zur Verwaltung und Kontrolle von Unternehmensdaten. Es definiert Strategien, Prozesse und Technologien, die bei der Sicherung von Datenqualität, -integrität und -zugriff helfen. So ermöglicht es datenbasierte Entscheidungen und schützt vor Risiken.

 

Schlüsselfaktoren der Data Governance

Die Einführung einer Data-Governance-Strategie im gesamten Unternehmen für den Umgang mit Daten ist entscheidend. Hierzu haben wir zwei allgemein gültige Schlüsselfaktoren beleuchtet. Hinzu kommt nun ein dritter Faktor speziell für die Produktdaten:

  • Monitoring und Metriken: Eine kontinuierliche Überwachung von Data-Governance-Initiativen ermöglicht es, Erfolge zu messen und Optimierungspotenziale aufzudecken.
  • Compliance und Datenschutz: Die enge Zusammenarbeit mit Datenschutzbeauftragten und die Beachtung gesetzlicher Vorschriften sichert die Compliance und schützt zugleich die Unternehmensdaten.
  • PIM-Systeme: Sie zentralisieren und standardisieren Produktdaten, wodurch sich Datenqualität und -konsistenz verbessern und Marketing- sowie Vertriebsprozesse optimieren lassen.

Was es mit dem dritten Punkt „PIM-Systeme mit Blick auf die Data Governance“ auf sich hat, erfahren Sie im zweiten Artikel: „Data Governance im E-Commerce: Warum PIM der Schlüssel zu besseren Entscheidungen ist“.

Autor:
Steffen Grigori
Chef vom Dienst bei acquisa

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Wettbewerbs­steigerungen durch ECLASS-Klassifizierung und PIM

In der heutigen Geschäftswelt ist die effiziente Verwaltung und Klassifizierung Ihrer Produktdaten von entscheidender Bedeutung. Die richtige Klassifikation erleichtert nicht nur die Suche nach Produkten und Produktinformationen, sondern optimiert auch den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und deren Kunden bzw. Kundinnen sowie Partnern.

Der Beitrag untersucht die Synergie zwischen ECLASS (ehemals eCl@ss-Standard) und PIM, welche die Effizienz bei der Produktverwaltung steigern, Fehler reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit fördern kann. Das reibungslose Zusammenspiel von PIM-System und Klassifikationsstandards unterstützt Ihr Unternehmen im digitalen Zeitalter und stellt sicher, dass Ihre Produktinformationen nicht nur umfassend, sondern auch harmonisch sind – wichtige Aspekte, um in einer zunehmend datengetriebenen Welt erfolgreich zu bleiben.

 

Was ist ECLASS?

ECLASS ist eine branchenübergreifende, standardisierte Klassifizierung, die es ermöglicht, Produkte und Dienstleistungen international eindeutig zu identifizieren. Die gleichnamige Non-Profit-Organisation wurde am 14. November 2000 von zwölf großen Unternehmen der deutschen Wirtschaft gegründet. 2020 hatte der Verein weltweit bereits rund 150 Mitglieder. Als derzeit einziger weltweit verbreiteter ISO/IEC-normkonformer Datenstandard wird ECLASS heute oft als die gemeinsame Sprache für die Industrie 4.0 bezeichnet.

Der Standard ist ein hierarchisches System und umfasst rund 45.000 Produktklassen mit über 19.000 eindeutigen Merkmalen – damit ermöglicht er eine sehr detaillierte und präzise Klassifizierung sowie eindeutige Beschreibungen von Produkten und Dienstleistungen. Das Ergebnis sind standardisierte Stammdaten, die ein effizientes Master-Data-Management erst möglich machen, Datenintegrität sicherstellen und die Zusammenarbeit mit internationalen Kundinnen und Kunden sowie Lieferanten vereinfachen. Eine Übersicht über die aktuelle ECLASS-Version finden Sie auf der Webseite vom ECLASS e.V.

 

PIM und ECLASS in der Praxis

Um Ihre Produkte nach dem ECLASS-Standard aufzubereiten, kann Sie ein sogenanntes PIM-System (Product-Information-Management-System) unterstützen. Doch wie genau kann Ihnen ein PIM-System in der Praxis bei der Produktklassifizierung helfen?

  • Datenerfassung und Datenkonsolidierung: Ein PIM-System ermöglicht die Sammlung und Konsolidierung von Produktdaten aus verschiedenen Quellen. Dies ist ein entscheidender Schritt, um eine umfassende Datenbasis für die Klassifikation zu erstellen. Mithilfe eines Import-Konfigurators können Sie beliebige Datenformate filebasiert in ein PIM-System importieren.
  • Datenqualitätsmanagement (DQM): DQM unterstützt Datenpflegeprozesse mit Bewertung der Vollständigkeit und Qualität der Produktdaten. Mithilfe eigens für die Klassifikation definierter DQM-Kriterien können z. B. Daten, die den Kriterien nicht entsprechen, identifiziert und für die Ausleitung gesperrt werden.
  • Exportfähigkeit: Ein PIM-System ermöglicht es, klassifizierte Produktdaten in verschiedenen Formaten auszugeben, um sie in anderen Systemen und Plattformen zu verwenden, die ECLASS-Daten erfordern.
  • Aktualisierungen und Änderungen: Da sich Klassifikationsstandards im Laufe der Zeit ändern, kann ein PIM-System dazu beitragen, Produktdaten schnell an neue Versionen anzupassen und Aktualisierungen vorzunehmen.

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie ein PIM-System Sie dabei unterstützen kann, die Potenziale eines branchenübergreifenden Standards zu nutzen.

 

ECLASS, ETIM und BMEcat – die Magie der digitalen Produktwelt

Während die Klassifizierung sicherstellt, dass Produkte eindeutig identifiziert und kategorisiert werden, ist BMEcat für den reibungslosen Austausch der Informationen zwischen Geschäftspartnern zuständig. Im E-Procurement sorgt das für deutlich mehr Effizienz und eine reduzierte Fehlerquote. Elektronische Kataloge, die einen Datenstandard verwenden, sind oft interoperabel und können Daten mit anderen Systemen und Plattformen austauschen, die ebenfalls die Klassifizierung verwenden. Näheres zu elektronischen Katalogen im BMEcat-Format erfahren Sie im Beitrag BMEcat: Austauschformat für Ihre Produktdaten.

Neben ECLASS gibt es viele weitere Standards, z. B. ETIM, die andere Märkte oder Branchen bedienen. Hier zeigt sich die Vielseitigkeit von PIM-Systemen. Diese unterstützen nicht nur ECLASS, sondern bieten auch die Möglichkeit, andere Klassifikationen und Standards zu integrieren. Dies stellt sicher, dass Ihre Produktinformationen in verschiedenen Kontexten immer korrekt klassifiziert sind.

Autorin:
Corinna Schneider
Projektmanagerin
ATAMYA

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Wenn Sie nach einer Lösung suchen, um ECLASS und andere Klassifikationen effektiv zu integrieren, kann unser PIM-System die Antwort sein. Kontaktieren Sie uns, um mehr darüber zu erfahren, wie wir gemeinsam Ihre Produkt­informationsmanagement-Strategie optimieren können.

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Produktdatenfeed: Was ist das – und wozu braucht man ihn?

Ein sperriges Wort mit großer Bedeutung: Ein Produktdatenfeed – oder Produktdatenstrom – bezeichnet einen strukturierten Datensatz, der alle wesentlichen Informationen zu Ihren Produkten enthält. Im Produktdatenfeed bündeln Sie also zentral alle relevanten Produktdaten: Dazu gehören Artikelbezeichnung, Farbe, Beschreibung, Preis, Verfügbarkeit, Bild-URLs und Versandinformationen. Der Produktdatenfeed ist jedoch mehr als eine bloße Datenliste: Effizient verwendet, ermöglicht er Ihnen eine schnelle, sichere und fehlerfreie Übertragung dieser Daten in all Ihre Vertriebskanäle – und gewährleistet gleichzeitig die Aktualität all Ihrer Datenbestände auf Ihren Verkaufs- und Vertriebsplattformen. Denn: Der Produktdatenfeed wird direkt aus Ihrer Datenbank gespeist und lässt sich mithilfe eines entsprechenden Management-Systems vielfältig und flexibel einsetzen. Wie genau? Das besprechen wir gleich.

Es kristallisiert sich jetzt bereits heraus: Der Produktdatenfeed ist aus dem E-Commerce und dem Multichannel-Marketing nicht mehr wegzudenken. Doch es spricht sogar noch viel mehr für das Anlegen und Pflegen eines Produktdatenfeeds:

  • Das einfachste und zugleich wichtigste zuerst: Mit einem Produktdatenfeed generieren Sie eine verlässliche Datenkonsistenz. Freuen Sie sich auf Aktualität, Übersichtlichkeit, Einheitlichkeit und Vollständigkeit Ihrer Produktdaten! Damit geben Sie Ihren Kund:innen Sicherheit bei der Produktauswahl, ermöglichen ein einfaches Einkaufserlebnis – und schaffen insgesamt Vertrauen.
  • Apropos Kund:innen: Sie möchten zufriedene Kund:innen, die mit Ihren Produkten zufrieden – und nicht enttäuscht sind? Mit einem Produktdatenfeed stellen Sie sicher, dass alle Daten zu Ihren Produkten immer korrekt und vollständig hinterlegt sind – egal, wo Ihre Produkte präsentiert werden. Einmal zentral erfasst, lassen sich die Daten einfach überall weiterverwenden – sei es im B2B-Marktplatz, im Online-Shop, auf Vergleichsplattformen oder bei Google Shopping. So wissen Ihre Kund:innen immer, was sie beim Kauf eines Ihrer Produkte erwartet.
  • Mit einem Produktdatenfeed werden Ihre Daten aber nicht nur einheitlich und vollständig hinterlegt: Sie können ihn außerdem nutzen, um personalisierte Marketingkampagnen und individuelle Empfehlungen für Ihre Kund:innen zu erstellen. Wie? Indem Sie auswerten, welche Produkte sich besonders schnell auf welchem Kanal verkauften, bei welcher Zielgruppe und warum. So nutzen Sie die im Produktdatenfeed erfassten Daten auch zur Analyse des Kund:innen- bzw. Kaufverhaltens.
  • Ein strukturierter Produktdatenfeed verschafft Ihnen mehr Sichtbarkeit im Netz: Die Suchmaschinen erfassen Ihre Produktdaten und basieren Ihr Ranking darauf – sind die Daten vollständig und aussagekräftig, profitiert also auch ihr SEO davon! Sie möchten nicht nur bei Google gefunden werden, sondern auch bei Vergleichsplattformen gelistet werden? Ein vollständiger und korrekter Datensatz hilft dabei.
  • All das mündet in: Effizienz. Ein derartig optimierter Produktdatenfeed vereinfacht Ihre Vertriebsabläufe. Ihre Produktdatenübermittlung geschieht fehlerfrei und automatisiert – und spart Ihnen damit wertvolle Zeit sowie personelle Ressourcen.

 

Ein optimaler Produktdatenfeed: Worauf kommt es an?

Produktdatenfeeds werden üblicherweise als .csv oder .xml Dateien auf einem Server gespeichert. Ihren Vertriebspartner:innen wird mithilfe einer URL der Zugang ermöglicht. Egal, ob Sie .csv oder .xml verwenden: Mit beiden Formaten können Sie große Datenmengen strukturieren, exportieren und in andere Systeme einlesen. Achten Sie beim Aufsetzen Ihres Datenfeeds vor allem auf folgende Aspekte:

  • Investieren Sie ausreichend Zeit in das Formulieren von klaren und umfassenden Produktbeschreibungen! Das ist nicht nur für Ihre Kund:innen hilfreich, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit einer Listung auf relevanten Werbeplattformen.
  • Listen Sie alle relevanten Produktdetails auf. Pflichtattribute sind üblicherweise die Produkt-ID, der Produkttitel, der Preis, die Produktbeschreibung und ein Bild.
  • Fügen Sie gegebenenfalls weitere optionale Informationen ein – wie Sonderangebotspreise oder besondere Verfügbarkeiten.
  • Optimieren Sie die eingepflegten Daten für die gängigen Suchmaschinen – das betrifft insbesondere die Produkttitel, die Bilddateien sowie die Bildtitel.
  • Passen Sie die Feed-Spezifikationen gegebenenfalls an die individuellen Anforderungen der verschiedenen Vertriebskanäle bzw. Plattformen an.
  • Achten Sie darauf, dass der Produktdatenfeed stets aktuell gehalten wird – insbesondere in puncto Verfügbarkeiten und Preisanpassungen. Ohnehin gilt: Optimieren, pflegen und prüfen Sie Ihren Datenfeed regelmäßig. Denn sind fehlerhafte oder unvollständige Daten hinterlegt, wird das jeweilige Produkt bei Ihrem Vertriebspartner gegebenenfalls nicht angezeigt, nicht eingelesen oder nicht gelistet.

Sie sehen bereits: Wenn Sie Ihren Produktdatenfeed vorbildlich pflegen, wird sich dieser unweigerlich häufig verändern. Sobald sich Preise erhöhen, die Produktverfügbarkeit aktualisiert wird, neue Produkte ins Sortiment kommen oder Rabattaktionen laufen, müssen Daten aktualisiert werden.

Ein vollständiger und gut gepflegter Produktdatenfeed gelingt außerdem nur dann, wenn all die Daten aus verschiedenen Quellen sauber, übersichtlich und frei von Redundanzen zusammenfinden. Die einzupflegenden Daten kommen jedoch nur selten aus einer Hand; folgende Gewerke können an der Generierung der vollständigen Produktdaten beteiligt sein:

  • Ihre Produktion stellt alle besonderen Produkt-Spezifikation bereit, die eben nur Ihrem Team in dieser Form bekannt sind.
  • Alternativ – oder zusätzlich – kommen Produktdaten direkt von Ihren Hersteller:innen.
  • Ihre Produktmanager:innen optimieren die Produktbeschreibungen.
  • Ihre Marketingabteilung weist den Produkten passende Keywords zu, um sie im SEO-Bereich gut auffindbar zu machen.

Weitere Daten kommen vom:

  • CRM-System, das Produktdaten und Kund:innendaten zusammenführt
  • Datensystem des Online-Shops, welches das Produkt mittels Klick- und Kaufverhalten mit dem Kund:innenverhalten vereint.

Wie kann es Ihnen also bestmöglich gelingen, all diese Daten in einem einzigen, gut handhabbaren und flexiblen Datensatz zusammenzuführen? Wie können Aktualisierungen schnell, einfach und unkompliziert durchgeführt werden? Wie können Sie doppelte Datensätze ausschließen und sich stets auf vollständige und fehlerfreie Datensätze verlassen, die zu jedem Zeitpunkt von hoher Qualität sind?

 

Unsere klare Empfehlung: ein PIM-System

In einem PIM-System (Product Information Management System) verwalten Sie all Ihre Produktinformationen effizient und verteilen sie reibungslos an alle Vertriebskanäle, die Sie bespielen möchten – seien es Onlineshops, B2B- oder B2C-Marktplätze, Apps, Vergleichsplattformen oder Online-Kataloge. Ein PIM nimmt Ihren Produktdatenfeed und führt ihn auf das nächste Level der Effizienz und Vielseitigkeit.

Vergleichen Sie ein PIM mit einem gut sortierten Ladengeschäft, das Sie mit Freude betreten würden: Alle Produkte sind übersichtlich nach intuitiven Kategorien benannt und sortiert, Sie finden sich schnell zurecht, können Produkte einfach vergleichen und finden alle Informationen, die Sie für Ihre Kaufentscheidung brauchen. Genau das garantiert ein PIM – nur eben im digitalen Raum. Mit einem PIM organisieren Sie all Ihre Produktdaten und Assets nach relevanten Hierarchien – also beispielsweise nach Marken, Typen oder bestimmten Attributen – stellen Verknüpfungen zwischen verwandten Produkten her und bereiten so die optimale Basis für Ihre Produktpräsentation im Netz.

Das so entstandene Produktdatenmodell vereinfacht die Verwaltung Ihrer Produktdaten enorm – und macht sie umso flexibler anwendbar. Personalisieren Sie mit einem PIM-System Ihre Produktinformationen beispielsweise für jede Ihrer Zielgruppen – und werden Sie unterschiedlichen regionalen Märkten gerecht. Wie das gelingt? Beispielsweise indem Sie neben den vollständigen Produktdaten auch die relevanten übersetzten Produktinformationen und die entsprechenden digitalen Assets hinterlegen. So gelingt auch eine mehrsprachige Customer Experience reibungslos – und bleibt trotz verschiedener Sprachen stets einheitlich.

Durch das Einpflegen von weiteren technischen Daten (wie Abmessungen, Kompatibilität, Energieeffizienz, Betriebsanforderungen und weitere Spezifikationen) sowie Bildern und Medien (gegebenenfalls durch Anbindung an ein Digital Asset Management) machen Sie Ihre Produktdaten perfekt. So freuen Sie sich über wohltuende Reibungslosigkeit

  • in der Zusammenarbeit verschiedener Gewerke an Ihren Produktdaten.
  • bei der Verwaltung und Streuung Ihrer Produktdaten an alle Stationen der Customer Journey.
  • in der gesamten Customer Experience.

 

Zum Schluss noch ein paar Tipps: So optimieren Sie Ihren Produktdatenfeed

Damit Ihre Produktdaten überall bestmöglich gesucht, gefunden, gerankt und abgerufen werden können, achten Sie auf Folgendes:

  • Optimieren Sie die Produkttitel: Achten Sie auf kurze, knackige Formulierungen, die nur die relevantesten Produktinformationen enthalten.
  • Dasselbe gilt für die Produktbeschreibung: Sie sollte 500 bis 1000 Zeichen lang sein und die wichtigsten Informationen enthalten.
  • Fragen Sie sich, welche Formulierung Ihre Zielgruppe bei der Suche nach Ihrem Produkt verwenden würde – und ergänzen Sie alle entsprechenden Synonyme (wie beispielsweise „Hoodie“, „Pulli“ und „Sweatshirt“).
  • Seien Sie bei der Angabe der Farben eher allgemein als konkret: Nutzer suchen vermutlich eher nach „hellgrün“ als nach „frühlingswiesengrün“.
  • Legen Sie Kategorien für Ihre Produkte fest; und wählen Sie mehrere, falls Ihr Produkt an mehreren Stellen sinnvoll gesucht und gefunden werden könnte („Outdoor-Kleidung“, „Kleidung für den Übergang“, „wetterfeste Kleidung“).
  • Pflegen Sie auch die European Article Number (EAN) und die Global Trade Item Number (GTIN) ein.
  • Geben Sie die Produktgrößen in allen relevanten Größensystemen an.

Wir wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrer neuen, strukturierten Sichtbarkeit im digitalen Vertrieb!

Autor:
Eric Dreyer
Head of Product Management and Quality
ATAMYA

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ETIM: Der offene Standard für die Klassifizierung Ihrer Produkte

 

Was ist ETIM?

ETIM steht für Elektro-Technisches-Informations-Modell und ist ein Klassifikationsmodell, das Produktbeschreibungen im Handel, in der Industrie und im Bauwesen vereinheitlicht. Es ist ein neutraler Standard, der Produktdaten herstellerunabhängig, medienneutral und in mehreren Sprachen gleichwertig darstellt. Da Handel und Herstellung durch die Klassifizierung eine gemeinsame Sprache sprechen, wird die Kommunikation auch international erheblich vereinfacht und beschleunigt. Seit der Gründung des ETIM Deutschland e. V. im Jahr 1999 bis ins Jahr 2015 hinein wurde der offene Standard ausschließlich im Bereich der Elektrotechnik verwendet. Inzwischen hat sich das Klassifikationssystem auch in vielen anderen Branchen wie Sanitär-Heizung-Klima (SHK-Branche) oder Werkzeuge, Eisenwaren und Betriebsausstattung (WEBA-Branche) durchgesetzt. Seit der Gründung des Vereins „ETIM International“ im Jahr 2008 genießt die Klassifikation auch europaweit eine hohe Akzeptanz. Grundsätzlich handelt es sich um einen freien Standard, das Datenmodell können Sie ohne Lizenzgebühren erwerben. Eine kostenpflichtige ETIM-Mitgliedschaft ermöglicht es Ihnen jedoch unter anderem, an der kontinuierlichen Optimierung und Weiterentwicklung des Modells mitzuwirken.

 

Wie funktioniert ETIM?

Für die Klassifikation mit ETIM werden die Produkte hierarchielos einzelnen Artikelklassen zugeordnet. Um eine genaue Abbildung der einzelnen Produkte zu ermöglichen, wird großer Wert auf den Detaillierungsgrad der Klassen gelegt. Übergeordnete Gruppen fassen die Klassen thematisch zusammen, dienen aber lediglich der Übersichtlichkeit und internen Organisation. Die aktuelle Version 9.0 umfasst insgesamt 5.554 Klassen in den fünf Sektoren Elektro, SHK, WEBA, Baustoffe und Schiffbau.

Jede Klasse enthält einen definierten Satz technischer Merkmale, mit denen alle Produkte dieser Klasse beschrieben werden können. Um auch die Produktinformationen einheitlich und strukturiert beschreiben zu können, ist bei den beschreibenden Merkmalen immer eine Auswahlliste von Werten vorgegeben, bei numerischen Werten die metrische Einheit. Durch die einheitliche Sprache und Struktur können Produkte leichter identifiziert, beschrieben und verglichen werden. Dies reduziert den Aufwand bei der Erstellung von Angeboten oder Ausschreibungen und vereinfacht die Auswahl von Produkten.

Zusammenfassend lässt sich die Klassifizierung und Beschreibung Ihrer Produkte in drei Schritte unterteilen:

1. Zuordnung der Produkte zu Produktklassen
2. Zuordnung der zur Klasse gehörenden Merkmale zum Produkt
3. Beschreibung des Produkts anhand der definierten Werte

In ETIM-Fachgruppen und Arbeitskreisen arbeiten die Mitglieder aktiv an der Optimierung und Weiterentwicklung des Modells mit. Durch diese gemeinsame Lösung ist eine breite Akzeptanz sowie eine stets hohe Datenrelevanz und Alltagstauglichkeit gewährleistet.

 

BIM meets ETIM: Die Zukunft der digitalen Produktkommunikation

BIM (Building Information Modeling) ist eine Methode, die es allen Gewerken im Bauwesen ermöglicht, ein Gebäude über seinen gesamten Lebenszyklus anhand eines digitalen 3D-Modells zu visualisieren. Dies ermöglicht eine optimale und effiziente Zusammenarbeit bei allen Bauprojekten. Die dafür relevanten Informationen haben eine standardisierte Terminologie und ein einheitliches Format. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in unserem Blogbeitrag „Was ist BIM? Building Information Modeling einfach erklärt“.

BIM ist eine integrierte, digitale Planungsmethode für den Bau von Gebäuden und Infrastrukturen. ETIM hingegen bietet eine standardisierte Klassifizierung und definiert einheitliche Produkteigenschaften. Die Anwendung von Klassifizierungen und Merkmalsstrukturen auf Basis des ETIM-Standards in BIM-Modellen ermöglicht eine einfachere Identifikation von technischen Produkten und vereinfacht deren Integration in den Planungsprozess. Die Verknüpfung von ETIM und BIM ermöglicht eine optimierte, digitalisierte und effiziente Planung und Ausführung von Bauprojekten, was wiederum zu einer höheren Kundenzufriedenheit, geringeren Kosten und einer schnelleren Fertigstellung von Projekten führt. Ein klarer Vorteil für alle Beteiligten, egal ob in der Herstellung, im Handel oder in der Planung.

 

BMEcat und ETIM: Wie eine gemeinsame Struktur die Produktkommunikation erleichtert

Während ETIM für die Klassifizierung sowie die Merkmalsstruktur sorgt und damit die einheitliche Beschreibung Ihrer Produkte sicherstellt, ist BMEcat ein standardisiertes Format für den Austausch von Katalogdaten elektronischer Kataloge (E-Kataloge). Die Kombination beider Standards ermöglicht einen einfachen und effizienten Austausch von Produktdaten zwischen Herstellung, Handel und Kund:innen. Neben ETIM ist BMEcat auch das Standardformat für die Übertragung von Produktdaten nach ECLASS, profiCl@ss und dem XML-Format der ARGE Neue Medien. Weitere Informationen zu BMEcat und einen Überblick über die Vorteile finden Sie in unserem Blogbeitrag „BMEcat – ein universelles Austauschformat für Ihre Produktdaten“.

 

Wie unterstützt eine PIM-Software bei der Klassifikation von Produkten?

Das PIM-System ist das zentrale System zur Verwaltung Ihrer Produktdaten. Hier sind die von ETIM benötigten Informationen in der Regel bereits vorhanden. Durch die Integration der für Ihre Branche und Produkte relevanten ETIM-Klassen, kann jedes Ihrer Produkte effizient und übersichtlich klassifiziert, also mit der passenden ETIM-Klasse verknüpft werden. Dies ist auch parallel für mehrere ETIM-Versionen möglich. Durch die Verknüpfung stehen die zugehörigen ETIM-Beschreibungen zur Verfügung, die direkt am Produkt gepflegt werden können. Ihre selbst definierten und bereits gepflegten Produktmerkmale können automatisch an die entsprechenden ETIM-Merkmale übergeben werden, so dass eine doppelte Produktdatenpflege entfällt.

Wir bei ATAMYA unterstützen Sie mit unserem Know-how aus 30 Jahren Erfahrung mit Produktdaten und Klassifizierungssystemen beim Aufbau der ETIM-Struktur, dem Mapping Ihrer Produktdaten sowie der Ausgabe in unseren universell einsetzbaren BMEcat-Export. Eine schlanke Lösung, die den Einsatz einer speziellen Software zur Erstellung elektronischer Kataloge überflüssig macht. Klingt das nach einem interessanten Thema für Sie? Gerne können wir uns unverbindlich bei einer virtuellen Tasse Kaffee darüber austauschen. Vereinbaren Sie jetzt ein persönliches Gespräch.

Autorin:
Corinna Schneider
Projektmanagerin
ATAMYA

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Digitalisieren Sie Ihre Produktdaten

In unserem Whitepaper verraten wir, wie Sie mit einem PIM-System schnell von manuellen Prozessen zu smarten Workflows kommen – verständlich, konkret und direkt umsetzbar.

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Produktdaten optimieren und Geschäftsziele noch schneller erreichen

In unserer digitalen Welt sind Produktdaten und -informationen für den Erfolg von Unternehmen von entscheidender Bedeutung. Durch die Optimierung von Produktdaten können Unternehmen ihre Kund:innen besser erreichen, ihre Online-Präsenz verbessern und ihre Verkäufe steigern. In diesem Blogbeitrag werden wir uns eingehend mit Produktdaten befassen und klären, was sie sind, warum sie so wichtig sind und wie Sie sie optimieren können, um Ihre Geschäftsziele schneller zu erreichen. Wenn Sie erfahren möchten, wie Sie das Potenzial Ihrer Produktdaten voll ausschöpfen, dann lesen Sie unbedingt weiter!

Was sind Produktdaten?

Unter Produktdaten versteht man alle Daten und Informationen, die ein Produkt und seine Eigenschaften beschreiben – sie bilden somit das Fundament für die Beschreibung Ihrer Produkte. Das klingt zunächst recht einfach, oder? Sie sollten jedoch nicht vergessen, dass Produktdaten die unterschiedlichsten Produktinformationen beinhalten können: Die Palette kann von einfachen Produktinformationen wie Name, Preis oder Farbe bis hin zu komplexen Daten wie beispielsweise Wirkungsgraden reichen. Kurzum: Selbst ein einfaches Produkt kann durch eine große Vielzahl von Produktdaten beschrieben werden.

Die Bedeutung von Produktdaten für Ihre E-Commerce-Strategie

Nachdem wir nun wissen, was Produktdaten sind und wie komplex sie sein können, bleibt die Frage offen, warum sie so wichtig sind, wenn es darum geht, Produkte zu verkaufen. Eine gute Antwort auf diese Frage liefern die Ergebnisse einer aktuellen Studie von KPMG und Statista.

Laut dieser Studie wünschen sich 57 Prozent der Befragten detailliertere Produktinformationen, um Retouren zu vermeiden. Weitere 42 Prozent wünschen sich in diesem Zusammenhang detailliertere Produktbilder. Das bedeutet, dass sich die Mehrheit der Befragten eine höhere Qualität der Produktdaten wünscht, um eine gute Kaufentscheidung zu treffen und Retouren zu vermeiden. Kurz gesagt: Die Qualität der Daten ist entscheidend. Dies ist leicht nachvollziehbar, wenn man die riesige Anzahl vergleichbarer Produkte in einem großen Markt wie E-Commerce bedenkt. Kund:innen haben hier die Qual der Wahl und sind auf korrekte, präzise und aussagekräftige Produktbeschreibungen und Produktinformationen angewiesen. Auf den Punkt gebracht: Eine hohe Datenqualität ist notwendig, um sich vom Wettbewerb abzuheben.

Denn so können Sie zielgruppenorientierte Produkterlebnisse kreieren, die Ihre Kund:innen begeistern und zum Kauf motivieren. Doch um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie sich auf die Qualität Ihrer Daten konzentrieren. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie in 5 Schritten das Beste aus Ihren Produktdaten herausholen und gleichzeitig die Qualität Ihrer Daten optimieren.

 

Schritt 1: Perspektivenwechsel – denken Sie wie Ihre Kund:innen

Eine Faustregel gilt dabei stets: Kund:innen denken in Nutzen, nicht in Produkteigenschaften. Bevor Sie in Ihrem Unternehmen nun fleißig anfangen, Ihre Produktdaten mit Leben zu füllen, sollten Sie sich unbedingt vorher in Ihre Kund:innen hineinversetzen. Nehmen Sie dazu Stift und Papier zur Hand und beantworten Sie sich folgende Fragen:

  • Welches Problem löst Ihr Produkt?
  • Nach welchen Suchbegriffen würden Sie googeln, um die Lösung des Problems zu finden?
  • Stellen Sie sich nun vor, Sie haben das richtige Produkt gefunden: Welche Merkmale und Eigenschaften sind Ihnen an dem Produkt wichtig?

Dieser Schritt ist sehr wichtig! Denn hier konzentrieren Sie sich auf die zielgruppenspezifischen Informationen, die Ihr Produkt beschreiben. Damit schaffen Sie eine gute Grundlage, um die nächsten Schritte strategisch und zielgerichtet umsetzen zu können.

 

Schritt 2: Unique – überzeugen Sie mit einzigartigen Mehrwerten

Nachdem Sie die Bedürfnisse Ihrer Kund:innen analysiert haben, sollten Sie im zweiten Schritt die Mehrwerte Ihrer Produkte auf Ihren Online-Marktplätzen herausstellen. Was macht Ihre Produkte besonders? Wie machen diese Ihren Kundinnen und Kunden das Leben leichter? Schon einfache Standardmerkmale wie Größe, Farbe, Gewicht oder Material können hier genutzt werden.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Angenommen, Sie verkaufen Blumenvasen in Ihrem Online-Shop. Nur eine einfache Beschreibung oder ein Bild unter der Überschrift „Blumenvase“ wird Ihre Kundschaft höchstwahrscheinlich nicht zum Kauf motivieren. Was ist das Besondere an Ihren Blumenvasen? Erzählen Sie eine ehrliche Geschichte, die dazu inspiriert, genau diese Vase zu kaufen.

Wenn Sie blaue Vasen verkaufen, sollten Sie herausfinden, welches Blau die Kund:innen am häufigsten suchen. Ist es ein Himmelblau oder eher ein dunkles? Welche Vorteile bietet das Material Ihrer Vasen? Wenn es zum Beispiel spülmaschinenfest ist, sollten Sie das in Ihren Beschreibungen als klaren Vorteil hervorheben. So zeigen Sie, dass Ihre Produkte einzigartig sind und sich von Ihren Wettbewerbern abheben.

Eines sollten Sie bei diesem Schritt nicht vergessen: Im ersten Schritt haben Sie Begriffe und Keywords ermittelt, mit denen Ihre potenziellen Kund:innen suchen. Achten Sie nun darauf, diese sinnvoll in Ihre Beschreibungen zu integrieren. So füllen Sie Ihren Shop mit sinnvollen Informationen und sorgen gleichzeitig dafür, dass Sie, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung auch in den unterschiedlichen Kanälen gefunden werden.

 

Schritt 3: Kohärenz – achten Sie auf eine einheitliche Beschreibung

Eine weitere goldene Regel für einen erfolgreichen Online-Shop ist die Einheitlichkeit der Produktinformationen. Der Grund liegt auf der Hand: Unterschiedlich dargestellte Währungen, Maßeinheiten oder Farbbezeichnungen lassen einen Shop schnell unprofessionell wirken und können zu Kaufabbrüchen führen.

Führen Sie daher regelmäßig Check-ups durch, in denen Sie Ihre Produktdaten auf Einheitlichkeit überprüfen. Haben Sie zum Beispiel in allen Kanälen die richtige Währung oder die richtigen Maße eingegeben? Achten Sie bei Ihren Bildern ebenfalls auf die Kohärenz. Stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Kund:innen qualitativ hochwertige Bilder zur Verfügung stellen. Auf diesen sollten Ihre Produkte und deren Mehrwerte gut erkennbar sein. Eine einheitliche Darstellung Ihrer Daten ist ein Muss und sollte auf allen Ihren Online-Marktplätzen gewährleistet sein.

 

Schritt 4: Konsistenz – strukturieren Sie Ihre Produktdaten

Damit Ihre Kund:innen beim Stöbern das gewünschte Produkt finden, sollten Sie Ihre Produktdaten nach bestimmten Produktgruppen und Kategorien sortieren. Auch hier gilt der Grundsatz: Schlüpfen Sie in die Rolle Ihrer Kundinnen und Kunden. Um dies zu verdeutlichen, denken Sie noch einmal an das Beispiel der Blumenvase: In welchen Kategorien würden Sie dieses Produkt aus Sicht Ihrer Kund:innen suchen? Die Antwort auf diese Frage hängt auch vom Umfang Ihres Produktportfolios ab. Angenommen, Sie bieten nur Blumenvasen an, dann wäre eine Kategorisierung nach Anwendungsfällen sinnvoll. Ganz anders sieht es aus, wenn Sie ein breites Sortiment verschiedener Artikel anbieten. Hier sollten Sie Ober- und entsprechende Unterkategorien bilden, um Ihrem Shop eine einfache Struktur zu geben. Die Vase könnte dann beispielsweise in der Kategorie Dekorationen zu finden sein.

Behalten Sie bei der Strukturierung Ihrer Daten auch hier eine Faustregel als Hilfestellung im Hinterkopf: Machen Sie es Ihren Kundinnen und Kunden leicht!

Denn wenn Ihre Kund:innen ohne großen Aufwand schnell zum gewünschten Artikel finden, vereinfachen und verschönern Sie deren Einkaufserlebnis – und senken gleichzeitig die Abbruchquote.

 

Schritt 5: Single Source of Truth – verwalten Sie Ihre Daten an einem zentralen Ort

Wenn Sie bisher die Schritte 1 bis 4 befolgt haben, dann haben Sie schon vieles richtig gemacht. Allerdings ist auch der Ort, an dem Sie Ihre Daten und Produktinformationen verwalten, ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Optimierung Ihrer Produktdaten. Befinden sich die Produktinformationen beispielsweise in verschiedenen Excel-Listen oder sind sie in digitalen Tools verstreut, entstehen bei der Verwaltung und Pflege der Daten schnell fatale Fehler, die auch Ihren Kund:innen nicht verborgen bleiben.

Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Shop-Betreiber:innen, die große Mengen an Produkten auf verschiedenen Online-Marktplätzen verkaufen, sollten daher auf ein PIM setzen. Im PIM-System (Product Information Management System) können Sie Ihre Daten zielgruppenspezifisch strukturieren, große Datenmengen zentral verwalten und zum gewünschten Zeitpunkt automatisiert in Ihre Kanäle und an alle Touchpoints ausspielen. Gleichzeitig beschleunigen automatisierte Prozesse Ihre Time-to-Market. Kurzum: Mit einem PIM holen Sie das Maximum aus Ihren Produktdaten heraus und verschaffen Ihrem Unternehmen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Autorin:
Melina Laws
Inside Sales Manager

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